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Größtes Römermuseum Süddeutschlands wiederöffnet

24.05.2019 - Römer und Germanen - wie lebten sie einst dies- und jenseits des Limes? Und was können wir daraus für das heutige Europa lernen? Antworten bietet das eindrucksvoll erneuerte Limesmuseum in Aalen.

  • Eine Statue des römischen Kaisers Marc Aurel vor dem Limesmuseum in Aalen. Foto: Stefan Puchner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue des römischen Kaisers Marc Aurel vor dem Limesmuseum in Aalen. Foto: Stefan Puchner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aalen (dpa/lsw) - Das umfassend modernisierte Limesmuseum in Aalen ist am Freitag nach zweieinhalbjähriger Bauzeit mit einem Festakt eröffnet worden. Mit seinem neuen Konzept sei es eines der wichtigsten «Kompetenzzentren zur römischen Geschichte und ein Ort, der Lust macht, sich mit der Welt der Römer zu beschäftigen», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Der Limes sei heute ein verbindendes Band und ein wichtiges Symbol der gemeinsamen europäischen Kulturgeschichte. Aber auch vor mehr 1800 Jahren sei er nicht nur Grenzwall, sondern zugleich Treffpunkt verschiedener Nationen gewesen, sagte Kretschmann. Er verwies darauf, dass am kommenden Sonntag in Deutschland die Europawahl stattfindet.

Anders als das Römische Reich sei das heutige Europa kein erzwungener, sondern «ein freiwilliger Zusammenschluss aus dem Wunsch heraus, dauerhaft Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu erreichen». Nur gemeinsam werde Europa eine Chance haben, die Weltordnung auch künftig mitzuprägen. «Geben sie denjenigen Ihre Stimme, die unser vereintes Europa erneuern und konstruktiv weiterbauen», bat Kretschmann.

Auf dem Gelände des Limesmuseums befand sich einst das größte römische Reiterkastell nördlich der Alpen. Zwischen 160 und 260 nach Christus waren dort jeweils bis zu 1000 Soldaten mit ihren Pferden stationiert. Insgesamt werden in Aalen 1500 originale Objekte gezeigt - von Kochgefäßen aus Keramik über Bronzearbeiten bis hin zu Fragmenten von Paraderüstungen. Die meisten stammen aus Aalen und der umliegenden Region.

Die Dauerausstellung macht den 164 Kilometer langen Abschnitt der römischen Grenzbefestigung im Bereich des heutigen Baden-Württemberg sowie das einstige Leben der Menschen dies- und jenseits davon nacherlebbar. Insgesamt war der Obergermanisch-Raetische Limes, den die Unesco 2005 in den Rang einer Weltkulturerbestätte erhob, rund 550 Kilometer lang.

Das neugestaltete Haus und das davor liegende Freigelände mit Resten der Grundmauern gelten als das größte und bedeutendste Römermuseum Süddeutschlands. Es sei der Stolz vieler Aalener Bürger, sagte Oberbürgermeister Thilo Rentschler (SPD). Friedliches Zusammenleben und Verständigung der Menschen seien vor 2000 Jahren ebenso wichtig gewesen wie heute. «Der Unterschied besteht darin, dass wir unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen und unsere Repräsentanten frei wählen können», sagte er mit Blick auf die Europawahl.

Mit dem Museum leistet Aalen auch einen wichtigen Beitrag für das Projekt Deutsche Limes-Straße, dem mehr als 90 Städte, Märkte und Gemeinden sowie zahlreichen Landkreise und Touristikgemeinschaften als Mitglieder angehören. Realisiert wurde das Vorhaben mit Gesamtinvestitionen von rund 8,5 Millionen Euro durch die Stadt, das Land und den Bund.

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