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Nabu kritisiert Einsatz von mit Insektizid gebeiztem Saatgut

14.01.2021 - Der Naturschutzbund Nabu hat den geplanten und von den Behörden genehmigten Einsatz eines Zuckerrübensaatguts in Baden-Württemberg kritisiert, das mit einem Insektizid gebeizt ist. Neonicotinoide seien extrem schädlich für Insekten, Bodenlebewesen und damit auch für Vögel, teilte der Nabu am Donnerstag in Stuttgart mit. «Die Wirkstoffe sind als umwelt- und gewässergefährdend eingestuft und giftig für Wild- und Honigbienen.» Die Mittel seien daher 2018 von der Europäischen Union verboten worden. Mit der Notfallzulassung sei aber ein Hintertürchen offen geblieben.

  • Ein Traktor zieht eine Drillmaschine über einen Acker und bringt Saatgut ein. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Traktor zieht eine Drillmaschine über einen Acker und bringt Saatgut ein. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die für 2021 genehmigte Notfallzulassung erfolgte durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig, wie das Agrarministerium mitteilte. Durch das speziell behandelte Saatgut sollen junge Zuckerrübenpflanzen vor Läusen und Zikaden geschützt werden, die Viren übertragen und zur Vergilbungskrankheit führen können. Ohne ein Eingreifen stünde der Zuckerrübenanbau nach Angaben des Agrarministeriums in weiten Teilen Deutschlands und damit auch im Südwesten vor dem Aus. Mit Hilfe des Saatguts könnten mehrfache Spritzungen und damit der Einsatz höherer Insektizidmengen vermieden werden.

Vergleichbare Genehmigungen wurden auch für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern erteilt. Der Nabu sieht in dem Vorgehen in Baden-Württemberg einen Widerspruch zu dem im vergangenen Sommer von der grün-schwarzen Landesregierung verabschiedeten Artenschutzgesetz. Demnach muss der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 40 bis 50 Prozent zurückgefahren werden.

«Mit Neonics gebeizte und damit für die Natur hochtoxische Saatkörner sollten bei uns nicht mehr zum Einsatz kommen», teilte der Nabu weiter mit. Ein Zuckerrübenanbau nach ökologischen Kriterien sei machbar.

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