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Neues Institut soll Krebstherapien revolutionieren

31.07.2019 - Der Weg vom Labor zum Krankenbett ist oft lang. Ein Institut soll jetzt dafür sorgen, dass Krebskranke rascher von neuen Arzneien profitieren.

  • Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Foto: Uli Deck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Foto: Uli Deck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Heidelberg/Mannheim (dpa/lsw) - Ein neues Krebsinstitut an der Uniklinik Mannheim soll dazu beitragen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse rascher den Patienten zu Gute kommen. Das betonte der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, am Mittwoch bei der Gründung des DKFZ-Hector-Krebsinstituts in Mannheim. «Neue Erkenntnisse aus der Forschung müssen sicher, schnell und effizient in Anwendungen überführt werden.» Außerdem sollten ungelöste Fragen, die sich im klinischen Alltag ergeben, rascher zurück in die Forschungslabore gegeben werden. 40 Prozent der Behandlungen an der Uniklinik gelten dem Krebs, so dass genug Datenmaterial für die Rückkopplung an die Wissenschaft vorhanden ist.

Trotz des Engagements der Deutschen Krebshilfe, der Hochschulmedizin und des Bundes, hinke Deutschland - wie andere europäische Länder auch - bei der engen Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis hinter den USA her, meinte Baumann. «Unter anderem fehlen Programme und Fonds, um frühe klinische Studien auf höchstem Niveau zu finanzieren», sagte der Radiologe. Eine weitere Lücke sei die Präventionsforschung. Auch bei organisatorischen Strukturen, die eine wettbewerbsfähige Forschung und eine multidisziplinäre Krankenversorgung verbinden, bestehe in vielen europäischen Ländern noch großer Nachholbedarf.

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Baumann sprach von einem bevorstehenden «Tsunami» an Krebserkrankungen. Allein in Deutschland werde sich in den nächsten zehn Jahren die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr von 500 000 auf 600 000 erhöhen. Hierzulande lebten vier Millionen Menschen mit und nach dem Krebs. Die Vielfalt der Krankheit sei groß, so dass personalisierte Therapien immer wichtiger würden; dabei sei die Onkologie Vorreiter für andere Fächer.

Die 25 Millionen Euro auf zehn Jahre der Hector-Stiftung helfen die Lücken zu schließen, wie Baumann sagte. Das Geld ermögliche das neue Zentrum für die Krebsforschung. Gründer sind das DKFZ, die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und das Universitätsklinikum Mannheim. Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) verspricht sich davon einen Schub für den Wissenschaftsstandort Mannheim.

Der Klinikchef Wolf-Karsten Hofmann sprach von einem großen Tag für die Patienten. Sei früher Krebs noch ein Todesurteil gewesen, könne heute jeder zweite Krebspatient geheilt werden oder zumindest mit Krebs ein normales Leben führen. Er sei zuversichtlich, dass dies in einem Jahrzehnt für fast alle Krebspatienten gelte - auch dank des neuen Instituts.

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