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Notärztin Federle kritisiert unzureichende Corona-Maßnahmen

20.01.2021 - Der Tübinger Notärztin Federle, die in der Corona-Krise wegen ihrer kostenlosen Schnelltests bekannt geworden war, platzt der Kragen. Viel zu wenig beachteten die Verantwortlichen die Prävention in der Corona-Krise, sagt sie. Die Ärztin hat einen eigenen Vorschlag.

  • Die Tübinger Notärztin Lisa Federle. Foto: Tom Weller/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Tübinger Notärztin Lisa Federle. Foto: Tom Weller/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Tübinger Notärztin Lisa Federle geht hart mit den jüngsten Corona-Beschlüssen der Bundesregierung ins Gericht. «Ich habe wirklich langsam genug. Was überhaupt nicht nachzuvollziehen ist: Wo bleibt die Strategie?», sagte Federle am Mittwoch in Tübingen. Dadurch, dass sich die Impfungen wegen Lieferengpässen verzögerten und die Neumutation um sich greife, werde die Lage dramatischer. «Und eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen - die Schnelltests - lässt die Regierung außen vor», erklärte Federle. Durch regelmäßige Schnelltests in Betrieben, Kitas, der Polizei und Feuerwehr würde sich das Risiko weiter vermindern und man hätte eine Strategie und Daten für eine Öffnung nach Mitte Februar.

Es gebe genügend Menschen, die dem Virus täglich ausgesetzt seien und nicht auf eine baldige Impfung hoffen könnten. «Wir sind verpflichtet, diese mit kostenlosen Schnelltests, die überall durchgeführt werden können, zu schützen», sagte die DRK-Kreisverbandspräsidentin. Es bestehe sofort die Möglichkeit, 60 bis 70 Millionen zugelassene Schnelltests pro Monat in Deutschland durchzuführen. Außerdem forderte sie kostenlose FFP2-Masken für alle, und bessere Perspektiven für Unternehmen, Lokale und Läden. «Wir haben genügend Zeit gehabt, um Masken herzustellen und zu bestellen.»

Federle - auch Mutter der Tübinger Test-Strategie genannt - hatte ein Arztmobil mit einer mobilen Corona-Test-Stelle ausgestattet und mit systematischen Testungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen in Tübingen begonnen. In der zweiten Corona-Welle kaufte sie mit Hilfe von Spendengeldern Corona-Schnelltests und bietet seitdem in der Tübinger Innenstadt kostenlose Schnelltests für jedermann an. Die Aktion wurde vom baden-württembergischen Sozialministerium in der Vorweihnachtszeit auf weitere Städte ausgedehnt. «Heute haben wir in Tübingen eine Inzidenz von 69,9», sagte Federle.

Bund und Länder hatten am Dienstagabend beschlossen, den vorerst bis Ende Januar vorgesehenen Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis Mitte Februar zu verlängern. Dazu kommen zusätzliche Vorgaben etwa zu besser schützenden Masken in Bussen, Bahnen und Geschäften sowie für mehr Arbeit im Homeoffice.

Wie Federle weiter mitteilte, spendet sie ein Preisgeld der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung in Höhe von 20 000 Euro für Corona-Impfungen in ärmeren Ländern. «Das Geld ist für Länder gedacht, die zu wenig finanzielle Mittel zum Kauf von Impfstoff gegen Corona haben.» Der Christa-Šerić-Geiger-Preis geht erstmals in diesem Jahr an Frauen, die sich auf herausragende Weise in Wissenschaft und Forschung, Bildung, Kunst und Kultur, in sozialen Belangen oder für Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und Männern verdient gemacht haben. Die Preisverleihung ist für den 6. März in Kehl (Ortenaukreis) geplant.

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