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Reise-Debatte: Minister rät nicht pauschal von Italien ab

02.03.2020 - Die weltweiten Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus wirken sich auch auf das Reiseverhalten vieler Menschen aus. Baden-Württembergs Sozialminister Lucha kann das zwar nachvollziehen, er rät aber nicht pauschal von den Reisezielen in Norditalien ab.

  • Manne Lucha, Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, hält eine Rede. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Manne Lucha, Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, hält eine Rede. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen des neuartigen Coronavirus rät Sozialminister Manne Lucha (Grüne) Reisenden zwar nicht pauschal von Fahrten in die norditalienischen Risikogebiete ab. Er empfiehlt aber ausdrücklich, Fahrten zu verschieben, wenn die Urlaubsplanung auch die Teilnahme an größeren gesellschaftlichen Ereignissen vorsieht. «Da muss man individuell entscheiden, was man selbst aushält», sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur.

Er halte eine Reise für vertretbar, wenn man sich zum Beispiel in seiner Ferienwohnung aufhalte oder in der Natur, etwa bei einer Skitour in Südtirol. «Aber ich würde allen raten zu überlegen, ob sie das, was sie zum Beispiel in den Risikogebieten in der Lombardei tun, selbst steuern und überblicken können.» Komme man dann zum Ergebnis, der Urlaub sei zu sehr eingeschränkt, solle man eher abwarten, «bis sich das Geschehen normalisiert hat».

In Italien ist das Virus inzwischen bei Hunderten Menschen nachgewiesen worden. In Baden-Württemberg waren bis zum späten Sonntagabend 20 bestätigte Fälle bekannt. Innenminister Thomas Strobl (CDU) warnte aber, trotz aller Anstrengungen würden sich weitere Infektionen zunächst nicht verhindern lassen. «Wir müssen uns bewusst sein, dass weitere Krankheitsfälle auftreten werden», sagte Strobl der dpa.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha gibt sich dennoch zuversichtlich, die Lage im Südwesten zu kontrollieren. «Wir haben nach wie vor keinen kursierenden Erreger», sagte er am Wochenende. Es gebe einen Überblick über die meisten Kontaktketten.

Mit dem Ende der Ferien sichern sich Behörden, Schulen, Kindertagesstätten und auch die Polizei seit diesem Montag zusätzlich ab, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern. Kinder, Schüler, Lehrer und viele Beamte sowie Polizisten wurden aufgefordert, von Montag an vorsorglich zu Hause zu bleiben, wenn sie in den vergangenen Tagen aus einem Risikogebiet für das Coronavirus zurückgekehrt sind. Dies gelte unabhängig von eigenen Krankheitssymptomen, wie aus einem internen Schreiben des Innenministeriums hervorgeht. «Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, um die Ausbreitung bestmöglich zu verhindern», sagte Strobl. «Wer Symptome zeigt, soll sich telefonisch an seinen Hausarzt wenden.»

Als Risikogebiete nennt das Ministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

Zuvor hatte bereits das Kultusministerium eine ähnliche Vorgabe für Kindertagesstätten und Schulen herausgegeben. Auch mehrere Städte wie Konstanz, Heilbronn und Böblingen setzen die Empfehlungen für ihre Beamten seit Montag um.

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