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Schulen in der «Kreidezeit»?: Ministerin widerspricht

06.05.2019 - Stuttgart (dpa/lsw) - Das Kultusministerium hat Einschätzungen widersprochen, wonach sich viele Schulen im Südwesten wegen einer schleppenden Digitalisierung noch in der Kreidezeit befänden. «Zahlreiche Schulträger haben in den vergangenen Jahren intensiv in die digitale Ausstattung ihrer Schulen investiert», teilte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Montag in Stuttgart mit. «Hier von Kreidezeit zu sprechen, ist ein Klischee, das nicht der Realität an den Schulen entspricht und die Bemühungen vieler Schulträger verkennt.» Sie räumte aber ein, dass es unter Lehrern einen großen Fortbildungsbedarf beim Einsatz digitaler Medien gebe.

  • Eine Person benutzt die beleuchtete Tastatur eines Notebooks. Foto: Silas Stein/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Person benutzt die beleuchtete Tastatur eines Notebooks. Foto: Silas Stein/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hatte am Sonntag gesagt: «Wir befinden uns in der Kreidezeit, brauchen Zeit und Fortbildungen, um sinnvolle pädagogische Konzepte für die Digitalisierung zu erarbeiten.» Etwa die Hälfte der Lehrer habe fast keine Erfahrungen mit dem Einsatz moderner Medien. An vielen Schulen fehlten Internetverbindungen, oder diese seien zu schwach. Moritz stützte sich dabei auf eine Online-Umfrage, an der Lehrer im Februar freiwillig teilnehmen konnten. 5703 Lehrer und Schulleitungen beteiligten sich.

An diesem Montag will der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine Umfrage zum Stand der Digitalisierung an Schulen vorstellen. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa mehr als 1200 Schulleiter unter anderem zur digitalen Ausstattung ihrer Schulen befragt. Von den Befragten sind mehr als ein Fünftel aus Baden-Württemberg.

Bund und Länder hatten sich im Februar auf eine Grundgesetzänderung verständigt, um die Digitalisierung an Schulen voranzutreiben. Im Durchschnitt erhält jede Schule in Baden-Württemberg 142 000 Euro, das sind pro Schüler 433 Euro - insgesamt rund 650 Millionen Euro.

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