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Werteunion-Chef: Kanzlerkandidat sollte «Teamcaptain» sein

19.02.2020 - Stuttgart (dpa) - Eine in der CDU diskutierte «Teamlösung» benötigt aus Sicht des Vorsitzenden der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, eine klare Führungsfigur. «In jedes Team gehört ein Teamcaptain», sagte Mitsch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die CDU müsse wieder handlungsfähig werden. «Das funktioniert nur dann, wenn einer als Teamcaptain den Takt vorgibt und die Richtung bestimmt.» Zwar müssten die starken Persönlichkeiten und Köpfe der CDU als Team auftreten. Es wäre aber nicht gut, komplette Gleichberechtigung zu vereinbaren. «Eine Doppel- oder Dreifachspitze halte ich für schwierig», sagte Mitsch. «Zu viele Köche können den Brei verderben.» Er warnte vor einem Kompetenzgerangel.

  • Alexander Mitsch spricht vor einem Mikrofon. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Alexander Mitsch spricht vor einem Mikrofon. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Nach Angaben Mitschs hat sie mehr als 4000 Mitglieder.

Bei aller Einigung müsse klar sein, wer die Leitlinien bestimme, sagte Mitsch. «Das ist in der Regel der Kanzlerkandidat, der sollte auch Teamcaptain sein.» Friedrich Merz müsse auf bedeutender Position eingebunden werden. Entscheidend sei, dass es zu einer politischen Wende komme. Er würde bevorzugen, dass der Kanzlerkandidat auch den Parteivorsitz übernehme. Mitsch sprach sich zudem für eine Mitgliederbefragung und eine Vorstellungstour an der Parteibasis aus.

Bei der Suche nach dem Nachfolger für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer drängen immer mehr Spitzenpolitiker aus der Union auf eine «Teamlösung». Das heißt wohl, dass schon vorher unter den Favoriten geklärt werden soll, wer welchen Posten in dem Team bekommen soll - Parteivorsitz, Kanzlerkandidatur, Fraktionsvorsitz oder Ministerposten. CDU-Vize Armin Laschet hatte sich dafür ausgesprochen, ähnlich äußerten sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Vize Thomas Strobl und CSU-Chef Markus Söder.

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