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Abschlussprüfer-Aufsicht überprüft EY wegen Wirecard

03.08.2020 - Die unabhängige Abschlussprüfer-Aufsichtsbehörde überprüft im Wirecard-Skandal die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte am Montag auf Anfrage, dass im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung bei Wirecard ein Prüfverfahren bei der unabhängigen Abschlussprüferaufsichtsstelle (Apas) laufe. Für diese Abschlussprüfung bei Wirecard war EY zuständig. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet. Die Apas ist unabhängig, gehört aber zum Geschäftsbereich von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

  • Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale zu sehen. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale zu sehen. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die APAS prüft die Einhaltung berufsrechtlicher Pflichten von Abschlussprüfern bei Unternehmen von öffentlichem Interesse - dazu gehöre auch die Wirecard AG, teilte das Ministerium mit. Im Oktober 2019 sei ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet worden. Es sei im Mai 2020, nachdem der Berichts zur Sonderprüfung durch KPMG erschienen war, in förmliche Berufsaufsichtsverfahren überführt worden sei. Diese dauerten an.

Weitere Details teilte das Wirtschaftsministerium dazu nicht mit. Das «Handelsblatt» berief sich auf einen vertraulichen Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums zum Fall Wirecard und berichtete, die Apas untersuche sämtliche Jahres- und Konzernabschlussprüfungen ab dem Jahr 2015 durch EY bei Wirecard «auf die Einhaltung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben».

Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem «gewerbsmäßigen Bandenbetrug» bei dem Dax-Unternehmen aus, und zwar seit 2015. EY steht in der Kritik, weil das Unternehmen die Jahresbilanzen bei Wirecard seit 2009 geprüft und testiert hatte.

EY selbst hatte dazu erklärt, dass es deutliche Hinweise auf «umfassenden Betrug» gebe, an dem mehrere Parteien rund um die Welt mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt gewesen seien.

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