Aufsichtsbehörde entlastet Landrat bei früher Corona-Impfung

01.03.2021 Nach der frühzeitigen Impfung von Landrat Stefan Rößle (CSU) aus dem Kreis Donau-Ries hat die Regierung von Schwaben den Kommunalpolitiker entlastet. Es sei «kein schuldhaftes Fehlverhalten» des Landrats festzustellen, berichtete die Regierungsbehörde am Montag in Augsburg.

Eine Mitarbeiterin eines Impfteams zieht Impfstoff in eine Spritze auf. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rößle gehört zu den Kommunalpolitikern, die eine Corona-Impfung erhielten, obwohl sie nach der üblichen Reihenfolge noch nicht dran gewesen wären. Solche Fälle hatten bundesweit Diskussionen über Impf-Vordrängler ausgelöst.

Rößle hatte sich Anfang Januar wenige Tage nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne eine Spritze geben lassen. Die Regierung von Schwaben betonte, dass die Kreisklinik in Donauwörth dem Landrat und seiner Stellvertreterin ein kurzfristiges Angebot zu Impfung gemacht habe, weil zwei bereits aufgezogene Spritzen übrig gebliebenen seien.

«Der Landrat und seine Stellvertreterin konnten dabei davon ausgehen, dass der Impfstoff ansonsten weggeworfen werden müsste», erklärte die Aufsichtsbehörde. Die von bayerischen Gesundheitsministerium aufgestellten Regeln würden außerdem vorgeben, dass ein Verfall von Impfdosen unbedingt zu vermeiden sei.

Rößle hatte sich für seine Impfung entschuldigt und erklärt, dass er aus heutiger Sicht nicht mehr das kurzfristige Angebot angenommen hätte. Der Landrat hatte die Regierungsbehörde selbst um eine disziplinarrechtliche Prüfung gebeten.

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