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Augsburger Brechtfestival 2020 setzt wieder auf Prominente

16.12.2019 - Brecht ist ein Weltstar des Theaters. In den vergangenen Jahren hatte das nach ihm benannte Festival in seiner Geburtsstadt aber nur einzelne prominente Darsteller aufgeboten. Dies wird sich nun wieder ändern.

  • Eine Fahne wirbt vor dem Rathaus in Augsburg mit dem Portrait Bertolt Brechts für das Brechtfestival 2013. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Fahne wirbt vor dem Rathaus in Augsburg mit dem Portrait Bertolt Brechts für das Brechtfestival 2013. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Augsburg (dpa/lby) - Die neuen Leiter des Brechtfestivals setzten bei der Programmgestaltung wieder verstärkt auf prominente Namen. Bei dem Festival vom 14. bis 23. Februar 2020 in Augsburg werden eine Reihe von bekannten Darstellern wie Corinna Harfouch, Lars Eidinger, Charly Hübner, Milan Peschel, Martin Wuttke, Kathrin Angerer oder Maren Eggert erwartet.

Dem bisherigen künstlerischen Leiter Patrick Wengenroth, der drei Jahre lang das Festival in Brechts Geburtsstadt verantwortet hatte, war vorgeworfen worden, zu wenig bekannte Namen geholt zu haben. Zuvor waren häufig bekannte Schauspieler in Augsburg zu Gast.

Wie der neue Leiter des Festivals, Jürgen Kuttner, am Montag erläuterte, komme es aber nicht auf die Prominenz der Schauspieler an. Er kenne diese Darsteller schon und finde sie gut, sagte Kuttner. Letztlich komme es darauf an, die Neugier der Kreativen zu wecken. Die Schauspieler würden für «einen Appel und ein Ei» bei dem Festival mitwirken. «Einen Lars Eidinger kauft man nicht mit Geld», sagte Kuttner. Er leitet das Festival zusammen mit Regisseur Tom Kühnel. Beide arbeiten auch am Deutschen Theater in Berlin zusammen.

Bei dem Festival werden 18 Neuproduktionen geplant. Höhepunkte sind zwei «Spektakel»-Abende am 14. und 22. Februar, an denen jeweils eine ganze Reihe von Theaterstücken hintereinander gezeigt wird. Das Augsburger Staatstheater beteiligt sich mit einer Uraufführung eines neuen Stücks, das zusammen mit den Städtischen Bühnen in Prag in Anlehnung an die Geschichte des braven Soldaten Schwejk entsteht. Zudem sind weitere Konzerte und eine Filmreihe während des Brecht-Festes geplant.

Bertolt Brecht (1898-1956) wurde in Augsburg geboren und lebte in der schwäbischen Stadt bis in seine Jugendzeit, in Berlin wurde der Autor später zu einem weltberühmten Theatermann. Unter dem Motto «Er ist vernünftig, jeder versteht ihn» wollen die neuen Festivalmacher einen «Brecht für alle» vorstellen. Sie wollen zeigen, dass der Autor mehr sei als der Schulbuch-Brecht oder der Klassiker-Brecht und bis heute in die Popkultur ausstrahle.

Das Festival hat einen Etat von rund 420 000 Euro, der jeweils zu etwa einem Drittel von der Stadt, dem Freistaat und Sponsoren getragen wird. Normalerweise soll die Leitung des Brechtfestivals immer im Drei-Jahres-Rhythmus neu vergeben werden. Bislang ist laut Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel aber noch nicht entschieden worden, ob Kühnel und Kuttner auch 2021 und 2022 das Kulturfest verantworten.

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