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Baustaatssekretär: Nach Corona neue Bau-Leitlinien notwendig

03.06.2020 - Enge Eingänge, stickige Flure, schlechte Belüftung - all das macht den Corona-Schutz in vielen Gebäuden schwierig. Baustaatssekretär Holetschek fordert deshalb ein Umdenken in vielen Bereichen.

  • Baustaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) nimmt an einer Klausurtagung teil. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Baustaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) nimmt an einer Klausurtagung teil. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Lehre aus der Corona-Krise fordert Bayerns Baustaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) völlig neue Leitlinien für künftige Bauplanungen: beispielsweise getrennte Ein- und Ausgänge bei öffentlichen Gebäuden, neue Raumaufteilungen und Lüftungssysteme.

«Wir müssen das Thema Bauen von Grund auf neu denken», sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. «Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Hotels, Gaststätten, öffentliche und private Gebäude - sie alle müssen auch baulich darauf ausgelegt sein, die Gesundheit jedes einzelnen zu schützen.» Überall müssten Hygieneregeln eingehalten werden können. «Dazu können zum Beispiel getrennte Wege für den Ein- und Ausgang bei sämtlichen öffentlichen Gebäuden gehören, Hygieneschleusen in Krankenhäusern oder eigene Besuchszimmer in Pflegeeinrichtungen», erklärte er.

Zudem müsse man sich die Raumaufteilung anschauen - etwa ob diese für potenzielle Isolationsmaßnahmen geeignet sei oder ob die Räume groß genug seien, um Mindestabstände einzuhalten. «Und ganz wichtig ist natürlich immer die Frischluftzufuhr: Sie müssen wir bei allen Räumen, die wir planen und bauen, mitdenken», sagte Holetschek. «Denn Lüftungssysteme, Fenster, Balkone und Terrassen bekommen vor dem Hintergrund des Virus noch einmal einen viel höheren Stellenwert.»

«Die Corona-Pandemie führt uns eindrücklich vor Augen, dass Fragen des Gesundheitsschutzes sämtliche Lebensbereiche betreffen», sagte Holetschek. «Das Virus hat uns noch immer fest im Griff, aber wir müssen schon jetzt an die Zukunft denken.» Man müsse die aktuellen Erfahrungen klug für dauerhafte Verbesserungen nutzen, mahnte er.

Die Verbindung der Themen Gesundheit und Bauen gehe aber weit über Fragen der Virus-Eindämmung hinaus. «In welchem Umfeld wir uns bewegen, wo wir arbeiten, lernen, spielen, sporteln und leben, hat immer massive Auswirkungen auf unser gesundheitliches Wohlbefinden», sagte Holetschek. Deshalb müsse man auch auf gesundes Bauen achten.

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