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Bayern, Österreich und Tschechien gedenken Nazi-Opfern

24.01.2020 - Fast 75 Jahre ist das Ende des Zweiten Weltkrieges her. Erstmals haben Bayern, Österreich und Tschechien der Opfer der Nazis gedacht. Dabei wird eines klar: Die Demokratie muss sich täglich neu verteidigen.

  • Ilse Aigner (CSU). Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ilse Aigner (CSU). Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Passau (dpa/lby) - Knapp 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben Bayern, Tschechien und Österreich erstmals gemeinsam der Opfer der Nationalsozialisten gedacht. «Mit dem Gedenken entreißt man die Toten dem Vergessen und stellt sich denen entgegen, die das Geschehene verleugnen wollen», sagte Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in Passau. Das gemeinsame Gedenken sei angesichts der deutschen Verbrechen nicht selbstverständlich. Für die Deutschen sei es die «ureigene Pflicht, die Verantwortung zu übernehmen». Auch für die Zukunft bleibe das Motto «Nie wieder» unverändert gültig.

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, forderte eine bessere Erinnerungskultur der Deutschen: «Immer mehr Menschen wollen einen Schlussstrich ziehen, um in ihrer Komfortzone zu bleiben», sagte er. Um die Erinnerung wach zu halten, seien Bildung und Erziehung unverzichtbar. Nur so könne die «monströse Aufgabe» gelingen, das Geschehene - den nationalsozialistischen Völkermord an Millionen Menschen - an junge Menschen zu vermitteln.

Wenn Schulen die Auseinandersetzung mit der Schoah vernachlässigen, machten sie Platz für Politiker, die einen Schlussstrich ziehen und völkisches Gedankengut in den Köpfen der Menschen verankern wollten, betonte er. Wenn es aber gelinge, junge Menschen über Berichte von Zeitzeugen und Opferorten emotional zu berühren, entstehe ein neues Verantwortungsgefühl. Vielerorts hätten Rechtspopulisten längst wieder damit begonnen, die Demokratie vom Rand aus zu untergraben. «Wir müssen das Einfallstor wieder schließen.»

Auch Aigner forderte alle Demokraten auf, die Freiheit zu verteidigen: «Anfeindungen und Ausgrenzungen sind nicht nur Probleme einer betroffenen Gruppe», sagte sie. «Hass ist digital schon grenzenlos und tobt auch analog immer häufiger und heftiger.»

Kein menschlicher Abgrund sei tiefer gewesen als die massenhafte Vernichtung der Juden, sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. «Wer daraus nicht lernen will, ist eine Gefahr für die Zukunft.» Da die Zeugen der Zeit des grenzenlosen Mordens weniger würden, sei es um so mehr von zentraler Bedeutung, das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten.

In Passau befanden sich drei Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz. Hier starben zwischen 1938 und 1945 mindestens 90 000 Menschen. Vor der Veranstaltung hatten die Delegationen aus den drei Ländern gemeinsam mit Überlebenden und Vertretern der Opfergruppen am Passauer Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz niedergelegt.

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