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Bayern bei Corona-Neuinfektionen über der 100er-Marke

28.10.2020 - Die Corona-Fallzahlen kennen derzeit fast in allen Regionen nur eine Richtung - nach oben. Inzwischen liegt ganz Bayern über der neuen Warnmarke von 100. In Südbayern sieht es aber deutlich schlechter aus als im Norden.

  • Ein medizinischer Mitarbeiter hält in einem Testzentrum ein Teströhrchen in der Hand. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein medizinischer Mitarbeiter hält in einem Testzentrum ein Teströhrchen in der Hand. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Landesweit steigen in Bayern die Corona-Neuinfektions-Zahlen weiter stark an. Mittlerweile hat der gesamte Freistaat im Durchschnitt die kritische Marke von 100 Infektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner deutlich überschritten, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen berichtete. Nachdem der Wert am Dienstag noch bei 96 lag, kletterte er am Mittwoch auf 105.

Regional sieht es mitunter aber noch viel kritischer aus. So überschritt der Landkreis Berchtesgadener Land sogar die Marke von 300 Fällen. Der Sieben-Tages-Warnwert stieg binnen eines Tages nach Angaben der Kreisbehörde von 296 auf knapp 324.

Landrat Bernhard Kern (CSU) rief wegen der weiter steigenden Zahlen die Bürger erneut dazu auf, sich strikt an die Abstands- und Masken-Regeln zu halten. «Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir es schaffen, dass die Zahlen wieder auf ein normales Maß sinken», sagte er.

Den höchsten Wert unter den Bezirken hatte laut dem LGL Schwaben mit fast 123, gefolgt von Oberbayern (117) und Niederbayern (112). Die drei fränkischen Bezirke und die Oberpfalz lagen noch unter der 100er-Marke, die nach der neuen Einstufung der Staatsregierung auf der Corona-Ampel als «dunkelrot» angesehen wird.

Wenn Kommunen auf mehr als 100 Neuinfektionen in einer Woche kommen, treten im Freistaat zusätzliche Beschränkungen für die Bevölkerung in Kraft. Die Landkreise Berchtesgadener Land in Oberbayern und Rottal-Inn in Niederbayern (275) hatten wegen der hohen Fallzahlen bereits einen regionalen Lockdown verhängt. Schulen und Kitas sind in den beiden Kreisen mit Ausgangsbeschränkungen derzeit geschlossen.

Die besonders betroffenen Städte Rosenheim und Augsburg verzichten hingegen bislang auf einen solchen Schritt. In beiden Kommunen stiegen die Fallzahlen am Mittwoch ebenfalls weiter. Rosenheim kam auf 255, nach 217 am Vortag. In Augsburg verlangsamte sich der Anstieg nach Angaben des dortigen Gesundheitsamtes von 218 auf 224. Trotz der Zunahme verzichteten beide Städte zunächst auf noch strengere Schutzmaßnahmen. Die Verwaltungen verwiesen diesbezüglich auf die Ergebnisse der Beratungen der Kanzlerin und der Landeschefs am Mittwoch.

Nach einer Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten sollen nun in ganz Deutschland ab 2. November massive Kontaktbeschränkungen in Kraft treten. Theater und Konzerthäuser sollen den ganzen Monat geschlossen werden, die Schulen und Kindergärten aber geöffnet bleiben.

Ein Sprecher der Stadt Rosenheim betonte, dass für einen erneuten Lockdown ohnehin ein anderer Wert als die sogenannte Inzidenz wichtiger wäre. Maßgeblich sei die Zahl der Intensivbetten im Krankenhaus. Derzeit seien in Rosenheim nur 2 von 40 für Corona-Fälle vorgesehene Klinikbetten belegt, sagte er.

Mittlerweile hat das Verwaltungsgericht München einen ersten Eilantrag eines Gastronomen gegen den Lockdown im Kreis Berchtesgadener Land abgelehnt. Der Unternehmer wollte erreichen, dass er auch während des vom Landratsamt angeordneten regionalen Lockdowns Gäste bewirten darf. Die Richter sahen die Schließung der Restaurants aber als angemessen an. Bei dem Gericht waren nach dem Lockdown mehrere Eilverfahren eingegangen.

Unterdessen wurde ein weiterer Fall von falschen positiven Corona-Tests bekannt. Ein großes Augsburger Medizinlabor hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern an eine Klinik in Taufkirchen (Vils) reihenweise falsche Testergebnisse zurückgemeldet. Von 60 angeblich positiven Tests hätten sich schließlich 58 als falsch herausgestellt, erklärte eine Bezirkssprecherin. Das Laborunternehmen äußerte sich zunächst nicht zu der Panne.

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