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Bayerns Flüsse für Tiere noch angenehm kühl

25.07.2020 - Baden gehört zum Sommer genau wie Eis und Flip-Flops. Bei Wassertemperaturen jenseits der 25-Grad-Marke fühlen sich viele Menschen pudelwohl. Etlichen Tieren und Pflanzen in den Gewässern geht es dagegen mit jedem Grad mehr zunehmend schlechter.

  • Blick vom Bogenberg (Landkreis Straubing-Bogen) auf die Donau. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick vom Bogenberg (Landkreis Straubing-Bogen) auf die Donau. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die heißen Tage setzen den Tieren und Pflanzen in Bayerns großen Flüssen derzeit weit weniger zu als noch in den Vorjahren. «Den Fischen geht es hinsichtlich der Wassertemperatur und des Sauerstoffs im Wasser gut», sagte Gewässerökologin Eva-Barbara Meidl von der Wasserwirtschaft der Regierung von Unterfranken zur Situation im Main. «Es ist dieses Jahr bisher sehr entspannt.» Die Wassertemperatur des Mains sei weit genug entfernt von der kritischen 25-Grad-Marke, bei der ansonsten ein Alarmplan greife. Dann müssten Temperatur und Sauerstoffgehalt des Flusses intensiver durch die Behörden kontrolliert werden.

Auch für die Donau sieht es heuer besser aus als in den vergangenen Dürre- und Hitzejahren. «Wir haben so unstetes Wetter dieses Jahr», erklärte Raimund Schoberer, Referent im Sachgebiet Wasserwirtschaft der Regierung der Oberpfalz. Bei derzeit etwa 21 Grad Celsius gehe es Tieren und Pflanzen in Bayerns wichtigstem Fluss gut. Forellen liebten es eher kühl, karpfenartige Fische vertrügen es auch wärmer.

Wenn Flusswasser zu heiß ist, kann das negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben. Es setzt nicht nur den Eiweißen der Zellen zu, sondern raubt den Lebewesen auch wichtigen Sauerstoff. Denn wenn es sehr warm ist, können Algen stark wachsen, sterben dann aber schnell massenhaft ab - und dieser Abbauprozess verbraucht Sauerstoff. Um diese Gefahren für Flora und Fauna in heißen Sommern zu reduzieren, gibt es in Unterfranken seit 2012 den Alarmplan.

Auch für die Donau, 380 Kilometer von ihr befinden sich im Freistaat, existiert seit diesem Jahr ein solcher Alarmplan. Rund 130 Schutzgebiete gibt es nach Angaben des Umweltministeriums entlang der Strecke. Allein in der bayerischen Donau leben 60 Fischarten, 135 Vogelarten brüten in den Auen.

Die Regierungen in Unterfranken und der Oberpfalz wollen bei steigenden Temperaturen frühzeitig Nutzer der Flüsse - Unternehmen, Schifffahrtindustrie und Behörden - informieren und im «Alarmfall» dazu anhalten, beispielsweise kein erwärmtes Wasser mehr einzuleiten. Die Städte und Gemeinden sollen dem Alarmplan zufolge in dieser kritischen Zeit auf Kanalspülungen und Ähnliches verzichten.

Nach Meidls Worten bringt der Main-Donau-Kanal derzeit genug Wasser aus der Altmühl in den Main. An der Messstelle bei Trunstadt in der Nähe von Bamberg liege die Wassertemperatur derzeit um die 21 Grad, flussabwärts werde es ein bis zwei Grad wärmer. Der Main mehr als 520 Kilometer lang, knapp 408 Kilometer davon führen durch Bayern.

Dass trotz der heißen Tage die Situation noch gut ist, hängt nach Meidls Worten mit mehreren Faktoren zusammen: «Wir haben zwar immer noch ein zu trockenes Jahr.» Aber es habe in den vergangenen Wochen regelmäßig und mehr geregnet als 2018 und 2019. «Und wir haben relativ kühle Nächte.» In den tropischen Nächten der vergangenen Sommer hätten sich die Flüsse dagegen nicht abgekühlt.

Die Donau sei oft noch ein bisschen kühler als der Main, weil sie von Flüssen gespeist werde, die aus den Alpen kommen, erklärte Schoberer. Sie hat zudem nur wenige Staustufen, beim Main sind es rund 30. An diesen fließt das Wasser langsamer und kann sich leichter erhitzen.

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