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Bildungsausschuss debattiert hitzig über Distanzunterricht

21.01.2021 - Bei 1,65 Millionen Schülerinnen und Schülern in Bayern können eine Menge Leute mitreden, wenn es um Schule in Corona-Zeiten geht. Auch im Bildungsausschuss basiert so manche Frage an den Kultusminister auf persönlichen Erfahrungen.

  • Michael Piazolo (Freie Wähler), Kultusminister von Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Piazolo (Freie Wähler), Kultusminister von Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Teils harsche Kritik, aber auch Unterstützung hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags für seinen Corona-Kurs erfahren. In der Sondersitzung ging es thematisch vom Distanzunterricht über Leihgeräte bis hin zu den gestrichenen Faschingsferien, von Raumluftfiltern über die Zahl von Leistungsproben einzelner Jahrgangsstufen und der Kommunikation des Ministeriums bis zur Belastung der Eltern durch das Homeschooling.

Die emotionalste Kritik kam von der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion. «Es läuft einfach nicht so gut, wie Sie es darstellen», sagte Simone Strohmayr nach dem Bericht des Ministers. «Es ist so offensichtlich, dass man hier versucht, alles schönzureden.»

Die Abschlussprüfungen etwas nach hinten zu schieben, Leihgeräte für einen Bruchteil der Schüler anzuschaffen und die Faschingsferien zu streichen, reiche nicht. «Sie glauben doch nicht, dass in dieser einen Woche das nachgeholt werden kann, was über Monate ausgefallen ist», sagte Strohmayr. «Das ist einfach nicht ehrlich, und das spüren die Menschen auch.» Zumal es bei den Förderangeboten zum Auffüllen von Lücken großen Nachholbedarf gebe.

Piazolo räumte ein, dass nicht alles perfekt laufe, verwahrte sich aber gegen den Vorwurf der Schönfärberei: «Ich habe hier nichts schöngeredet.» Der Minister betonte: «Selbstverständlich ist es so, dass es Lernrückstände geben wird. Ich habe auch deutlich gemacht, dass wir immer nur mit den Ressourcen arbeiten können, die wir haben.» Die Lehrer könnten nunmal nicht zeitgleich die Schüler im Distanzunterricht sowie vor Ort in der Notbetreuung beschulen und zugleich Förderkurse anbieten.

Forderungen, das komplette Schuljahr zu wiederholen, erteilte Pizaolo eine Absage. «Wir wollen, dass das Jahr, das kein normales ist, kein verlorenes ist. Natürlich werden wir bei den Leistungsanforderungen, bei den Leistungserhebungen reduzieren. Aber wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler vorrücken können.» Deshalb werde auch das Vorrücken auf Probe im Sommer großzügig gehandhabt. Und wer freiwillig wiederholen wolle, dem werde kein Nachteil entstehen.

Matthias Fischbach von der FDP-Fraktion prangerte an, dass nicht für den gesamten Lehrplan digitale Unterrichtsmaterialien für die Lehrkräfte zur Verfügung stünden. «Da müssen wir dringend ins digitale Zeitalter kommen und wegkommen von Best-Practice-Beispielen. Wir brauchen hochwertigen Content.»

Dem entgegnete Piazolo, es sei «von beispielloser Naivität zu glauben, dass man innerhalb von neun Monaten digitale Schulbücher auf den Markt bringt. Das ist sowas von weit weg von der Realität.» Natürlich sei das Ministerium dabei, digitale Inhalte zur Verfügung zu stellen, jedoch: «Das sind Dinge, die eine Weile brauchen, und das muss man auch akzeptieren.»

Dennoch sei mit Blick auf die Digitalisierung einiges im Argen, gab Piazolo zu - und nannte als ein Beispiel die Versorgung der Schulen mit schnellem Internet.

Nicht anziehen wollte er sich hingegen den Schuh, persönlich und als Ministerium zu schlecht zu kommunizieren. Dass die Erlasse an die Schulen oft erst am Freitag für die Folgewoche herausgegangen seien, liege an der sich schnell ändernden Infektionslage und den politischen Gremien, durch die die Beschlüsse zuvor müssten.

Grundsätzlich bilanzierte der Minister: «Es ist wahnwitzig, wer sich inzwischen zu Schule alles äußert. Jeder! Und jeder überschlägt sich mit Vorschlägen, wo man Schrauben anziehen kann.» Dies sei die Konsequenz daraus, dass Unterricht den bisherigen Schutzraum im Klassenzimmer verlassen und durch Homeschooling öffentlich geworden sei.

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