Corona-Selbsttests an Schulen künftig auch für Jüngere

10.03.2021 Nächste Woche kehren auch Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen in die Klassenzimmer zurück, in kleinen Gruppen und abgesehen von Hotspots. Selbsttests sollen für mehr Sicherheit sorgen. Nach viel Kritik ist nun klar, dass es diese auch für Jüngere geben soll.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch Schülerinnen und Schüler unter 15 Jahren sollen sich künftig einmal pro Woche in der Schule selbst auf eine Corona-Infektion testen können - freiwillig, aber unter Anleitung und Aufsicht. Das kündigten Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch bei einem Besuch an einer Grundschule in München an. Nach Worten Piazolos wird es aber nicht überall schon am kommenden Montag, also mit der anstehenden Ausweitung des Wechselunterrichts, losgehen. Das Rote Kreuz und andere Organisationen sollen bei den Tests helfen.

Bislang waren die neuen Corona-Selbsttests für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren vorgesehen und entsprechend vom Freistaat ausgeliefert worden. Nun habe man sich darauf verständigt, die Strategie auszuweiten, erklärten die Minister. Das Selbsttest-Angebot solle aber grundsätzlich freiwillig sein, betonte Piazolo. Das gelte auch für die einzelnen Schulen, «wenn die Schule sagt, wir kriegen das jetzt nicht hin». Schülerinnen und Schüler über 15 sollen sich weiterhin auch zu Hause testen können. Teile der Opposition und auch Lehrerverbände hatten zuletzt moniert, dass es die Selbttests noch nicht für die unter 15-Jährigen gebe.

Holetschek betonte, die Selbsttests seien da und würden seit einigen Tagen sukzessive an die Kreisverwaltungsbehörden ausgeliefert - bis zu vier Millionen Tests pro Woche plant das Gesundheitsministerium am Ende ein. «Wir haben für alle Schulen Tests zur Verfügung.»

Es sei auch richtig, die Test an der Schule zu machen. «Wir wollen in der Schule testen lassen und nicht daheim», sagte Holetschek. Dabei wolle man das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen einbeziehen. Denn unter 15 Jahren sollten die Tests unter Aufsicht gemacht werden. «Dann muss es vielleicht nicht der Lehrer machen, dann kann das auch jemand von einer Hilfsorganisation machen.» So wolle man das Angebot sukzessive weiter ausbauen. Dies sei schon «ein wichtiger Schritt».

Wann an den Schulen jeweils Tests angeboten werden, soll vor Ort entschieden werden. Piazolo erklärte, das Ganze werde an den Schulen sicher unterschiedlich organisiert, es brauche dort auch einen Vorlauf. «Deshalb ist es sicherlich nicht so, dass alle Schulen am Montag starten werden», sagte er. «Das geht gar nicht.» Das werde schrittweise passieren. Die Schulen sollten, etwa in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, verschiedene Modelle ausprobieren können.

Nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause dürfen ab dem 15. März auch die weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen - im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Bislang hatten neben den Abschlussklassen lediglich Grundschulen wieder Wechselunterricht für die Kinder anbieten dürfen - ausgenommen in Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100.

Außerdem dürfen in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50 liegt, ab 15. März alle Grundschulen von Wechsel- auf normalen Präsenzunterricht umstellen.

Piazolo und Holetschek besuchten am Mittwochmorgen eine Münchner Grundschule, an der Kinder an einem wissenschaftlichen «Virenwächter»-Pilotprojekt teilnehmen. Mit wöchentlichen Tests soll dort die Rolle von Grundschulen im pandemischen Infektionsgeschehen untersucht werden, insbesondere vor dem Hintergrund der neu aufgetretenen Virusvarianten. Zudem werden dort Selbsttests erprobt, die Kinder völlig eigenverantwortlich anwenden können.

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