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DGB Bayern fordert höhere Renten und früheren Rentenbeginn

25.01.2021 - Das Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein reicht viele Rentnern und Rentnerinnen kaum mehr zum Leben. Die Gewerkschaften verlangen einen Kurswechsel. Die bayerische Wirtschaft warnt vor einer Überlastung der Jungen und präsentiert andere Zahlen.

  • Die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirksverbandes Bayern, Verena Di Pasquale. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirksverbandes Bayern, Verena Di Pasquale. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der DGB Bayern fordert «die Rücknahme der Rente mit 67» und zugleich die Erhöhung des Rentenniveaus «wieder auf mindestens 50 Prozent». Die Rentenbeiträge für die Beschäftigten müssten dafür «nur ein paar Prozentpunkte» erhöht werden, sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Verena Di Pasquale am Montag in München und forderte mit Blick auf die Bundestagswahl einen «Kurswechsel in der Rentenpolitik», um Altersarmut zu verhindern.

In Bayern zahlen gegenwärtig 5,2 Millionen Beschäftigte Beiträge in die Rentenkasse ein. Aber bereits 2,5 Millionen Menschen beziehen Altersrente. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) lehnte die DGB-Forderungen ab, weil die Finanzierung «eine einseitige Belastung künftiger Generationen bedeutet».

Männliche Neurentner in Bayern bekamen laut DGB im Jahr 2019 durchschnittlich 1167 Euro im Monat aus der gesetzlichen Rentenkasse. Sie gingen im Durchschnitt allerdings schon mit 64 Jahren in Rente und damit ein Jahr und acht Monate vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Im Alter von 65 Jahren waren gerade mal noch 7 Prozent voll berufstätig. Langjährig Versicherte bekamen als Neurentner durchschnittlich 1295 Euro, nach 45 Versicherungsjahren 1534 Euro.

Frauen beziehen laut DGB Bayern im Durchschnitt ein Drittel weniger Rente als Männer. Das gelte sowohl für Neu- als auch für Bestandsrentnerinnen. Hauptgrund seien unterbrochene Erwerbsverläufe, Teilzeitarbeit und Minijobs, sagte Di Pasquale. Notwendig seien daher bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Für viele Rentner und sehr viele Rentnerinnen reiche die gesetzliche Rente allein nicht aus, «um den Lebensstandard zu sichern. Und die Corona-Krise führt nochmals zu einer deutlichen Verschärfung», sagte die Gewerkschafterin.

Junge Menschen seien durchaus bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn sie später auch davon profitieren würden. «Daneben ist es gute Arbeit, die vor Altersarmut schützt, das heißt sozialversicherungspflichtige und tarifgebundene Arbeit». Statt Niedriglöhnen und Minijobs bräuchten die Beschäftigten Sicherheit und Perspektiven.

Fast 230 000 Menschen in Bayern beziehen Renten wegen Erwerbsminderung, die meisten Beitragszahler gehen vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand: «Die Arbeitsbedingungen müssen besser werden», forderte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende. Hier seien die Arbeitgeber gefordert. Außerdem müssten die Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten abgeschafft werden.

Vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte, der Blick nur auf die gesetzliche Rente greife zu kurz. Das monatliche Haushaltsnettoeinkommen aller Ehepaare und Alleinstehenden im Alter ab 65 Jahren habe 2019 im Durchschnitt 2207 Euro betragen. Die Renten seien in den vergangenen Jahr stärker gestiegen als die Löhne. «Die aktuelle Rentnergeneration ist finanziell gut aufgestellt», sagte Brossardt. Die private und die betriebliche Altersvorsorge müssten aber gestärkt werden.

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