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Frau im Streit erwürgt: Sieben Jahre Haft für Ehemann

30.06.2020 - Er habe diejenige getötet, die er am meisten liebte: Kurz vor Weihnachten endete ein Ehestreit in Unterfranken für eine 37-Jährige tödlich. Nun ist das Urteil gegen den Ehemann gefallen.

  • Blick auf das Justizgebäude in Aschaffenburg, in dem sich das Landgericht befindet. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das Justizgebäude in Aschaffenburg, in dem sich das Landgericht befindet. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weil er seine Ehefrau im Streit erwürgt hat, ist ein 56-Jähriger wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Das Gericht habe einen «minder schweren Fall» angenommen, teilte ein Sprecher des Landgericht Aschaffenburg am Dienstag mit. Der Mann hatte seine 37 Jahre alte Frau während eines Streits solange gewürgt, bis sie leblos am Boden lag. Die Tat ereignete sich in einem Wohnhaus in Aschaffenburg, knapp zwei Wochen vor Weihnachten 2019. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Laut Anklage soll zunächst die Frau mit einem Küchenmesser auf den Mann losgegangen sein. Der 56-Jährige Albaner konnte ihr das Messer abnehmen. Anschließend habe er seine Frau mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gepresst und erwürgt. Der Anklage zufolge soll er circa zwei Minuten zugedrückt haben - ein befragter Sachverständiger ging von etwa fünf Minuten aus. Der Angeklagte legte danach ein Kissen unter den Kopf und deckte den Leichnam zu, da er den Anblick seiner verstorbenen Ehefrau nicht ertragen habe.

Bereits zum Prozessbeginn bestätigte der 56-Jährige die Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme und gab an, die Tat ungeschehen machen zu wollen. Umgehend nach dem Vorfall versuchte er sich in der Wohnung das Leben zu nehmen. Mehrere Stunden soll er neben dem Leichnam seiner Ehefrau gesessen und einen Abschiedsbrief verfasst haben. Nachdem er Tabletten eingenommen und sich mit einem Teppichmesser verletzt hatte, verabschiedete er sich telefonisch von einem Freund. Dieser alarmierte Einsatzkräfte, die den damals 55-Jährigen apathisch und nicht ansprechbar vorfanden.

Die Staatsanwältin sprach von einem «Paradoxon»: Der Angeklagte habe diejenige getötet, die er am meisten liebte. Sie forderte neun Jahre und vier Monate Haft wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Totschlag. Der Verteidiger sprach von einer «Tragödie» und plädierte für vier Jahre und sechs Monate.

Dem Angeklagten zufolge hatte es immer wieder Streitigkeiten in der Ehe gegeben. Wie «Tom und Jerry» sei das Paar gewesen, hieß es in der schriftlichen Erklärung. Die tödliche Auseinandersetzung soll begonnen haben, weil er Fußball schauen wollte und seine Frau umschaltete. Anschließend habe es Beleidigungen geben und der Streit schaukelte sich hoch - bis zum tödlichen Ende.

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