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Ex-Mönch Anselm Bilgri: «Irgendwann ist Schluss»

07.03.2021 - Der Ex-Mönch Anselm Bilgri (67) hat die Geduld mit der römisch-katholischen Kirche verloren. «Irgendwann ist Schluss. Mir geht natürlich - wie vielen Menschen - der Umgang mit den Betroffenen sexuellen Missbrauchs furchtbar auf den Geist», sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Aber nicht nur das: Es tut sich einfach nichts, obwohl Forderungen nach Reformen immer lauter werden. Daran wird auch der Synodale Weg nichts ändern. Ich bin überzeugt, dass das nichts weiter als ein Gesprächskreis ist nach dem Motto: Hauptsache, wir reden drüber. Rom ignoriert das nicht einmal, was dabei rauskommen wird.»

  • Anselm Bilgri, ehemaliger Benediktinermönch, bei einem Interview. Foto: Lino Mirgeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Anselm Bilgri, ehemaliger Benediktinermönch, bei einem Interview. Foto: Lino Mirgeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilgri, der vor rund 40 Jahren von dem späteren Papst Joseph Ratzinger zum Priester geweiht wurde und später Prior des Klosters Andechs war, hatte Ende 2020 bekannt gegeben, aus der römisch-katholischen Kirche aus- und zu den Altkatholiken übergetreten zu sein.

Grund dafür ist auch ein Mann: sein 27 Jahre jüngerer Verlobter Markus, den Bilgri am 12. März in München standesamtlich heiraten will. Eine große Heirat in der altkatholischen Kirche soll folgen. «Markus und ich wollen uns da trauen lassen und dann eine große Hochzeit feiern, wenn Corona vorbei ist», sagte Bilgri.

Er selbst habe schon im Kloster gemerkt, dass er schwul ist, mit dieser Erkenntnis als Mönch aber gekämpft. Erst seit seinem Austritt aus dem Kloster könne er selbst dazu stehen, seit sechs, sieben Jahren wisse auch sein persönliches Umfeld Bescheid.

Mit seinem Verlobten ist Bilgri nach eigenen Angaben seit mehr elf Jahren zusammen, den Antrag habe er ihm im vergangenen Jahr zum elften Jahrestag ihres Kennenlernens gemacht. «Markus hat mich zwar vorher auch schonmal gefragt, etwas angetrunken beim Schunkeln auf der Wiesn», sagte Bilgri. «Aber das haben wir beide nicht so ernst genommen.»

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