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Ex-Wirecard-Mann wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich

29.10.2020 - Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Dem Generalbundesanwalt «liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde», heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums in Berlin auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi (Linke), über die die «Süddeutschen Zeitung berichtet.

  • Der Schriftzug von Wirecard an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug von Wirecard an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Antwort, die auch der dpa vorliegt, ergänzt das Ministerium aber: «Bislang haben sich keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die im Raum stehenden Kontakte Jan Marsaleks zum BVT den Tatbestand einer gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichteten geheimdienstlichen Agententätigkeit oder eines sonstigen in die Verfolgungszuständigkeit des Generalbundesanwalts fallenden Straftatbestands erfüllen könnten.»

Laut «Süddeutscher Zeitung» wollte das österreichische Innenministerium, dem das BVT untersteht, keine Stellung nehmen. Einen V-Mann in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten. Der Linken-Abgeordnete De Masi forderte in der «SZ»: «Die Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen und Sebastian Kurz fragen, was die Österreicher hier so treiben.»

Der frühere Manager des mittlerweile insolventen Bezahldienstleisters Wirecard, Marsalek, ist seit Juni untergetaucht. Die Ermittler werfen Marsalek, dem früheren Vorstandschef Markus Braun und anderen Verdächtigen organisierten Bandenbetrug vor. Sie sollen mit gefälschten Bilanzzahlen über drei Milliarden Euro von Banken und Investoren erschwindelt haben.

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