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Forscher-Teams starten zu ersten Corona-Bluttests

06.04.2020 - Den Test auf eine Corona-Infektion gibt es nur bei Verdacht. Doch wie viele Menschen haben sich infiziert, ohne etwas davon zu merken? Um die Dunkelziffer aufzudecken und die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung zu verfolgen, geben Münchner nun freiwillig Blut ab.

  • Michael Hölscher nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Peter Kneffel/dpa-pool/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Hölscher nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Peter Kneffel/dpa-pool/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für eine Studie zur Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung sind am Montag in München die ersten Forscher-Teams zu Blutabnahmen bei freiwilligen Teilnehmern gestartet. Zunächst seien zwei Teams unterwegs, die drei bis fünf Haushalte pro Tag besuchen, sagte Michael Hölscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München, am Montag. «Im Laufe der Woche werden wir die Zahl auf zehn Teams steigern, in der nächsten Woche werden wir 20 Teams haben.»

Insgesamt sollen Proben in 3000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. Damit soll erfasst werden, welcher Anteil der Bevölkerung möglicherweise bereits mit dem Sars-CoV-2-Virus in Kontakt war, ohne es zu wissen.

Bereits am Sonntag hatten Teams in Begleitung von Polizeibeamten die ersten Haushalte zur Vorklärung der Tests besucht. «Die Resonanz war sehr positiv», sagte Michael Pritsch vom Studienteam. Viele hätten sich gefreut, teilnehmen zu können.

Erste Ergebnisse werde es voraussichtlich in sechs bis acht Wochen geben, sagte Hölscher. In der ersten Testrunde erwarten die Mediziner nicht, viele Menschen mit Antikörpern zu finden. Die Tests sollen aber regelmäßig wiederholt werden, um kontinuierlich die weitere Ausbreitung des Virus zu verfolgen.

Zwar gebe es ähnliche Testreihen auch in anderen betroffenen Gebieten, etwa im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. «Das Besondere in München ist, dass wir dieselben Menschen immer und immer wieder besuchen werden», sagte Hölscher. So lasse sich sehr genau der fortschreitende Verlauf der sogenannten Durchseuchung verfolgen.

Hölscher warnte davor, bei einem Nachweis von Antikörpern auch von einer Immunität auszugehen. Er sei kein Beweis, dass der Betroffene nun nicht mehr an Covid-19 erkranken könne. «Der Antikörpernachweis bedeutet: Der Mensch hat eine Immunreaktion auf den Erreger gehabt. Wir wissen aber noch nicht, ob er damit sicher gegen eine Neuinfektion geschützt ist.»

Parallel zu der Studie kämen die - gerade erst neu entwickelten - Testverfahren für die Antikörper auf den Prüfstand. Es gebe hier verschiedene Entwicklungen. Zudem laufen laut Hölscher derzeit Antikörpertests bei Blutspendern. Diese bildeten aber keinen repräsentativen Bevölkerungsschnitt.

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