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Fünf Jahre Zugunglück von Bad Aibling: Stilles Gedenken

09.02.2021 - Mit einem stillen Gedenken in coronabedingt kleinem Kreis hat Bad Aibling am Dienstag an das Zugunglücks mit zwölf Toten und 89 Verletzten vor fünf Jahren erinnert. Vertreter aus Politik, Bahnverkehr und örtlichen Kirchen legten an der vor vier Jahren errichteten Erinnerungsskulptur Blumen nieder. Zum Zeitpunkt des Unglücks um 6.47 Uhr hatten in der Stadt die Glocken geläutet.

  • Grablichter stehen an der Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks von Bad Aibling. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Grablichter stehen an der Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks von Bad Aibling. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bayern Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sagte in einem Grußwort, das Zugunglück habe sich «mit seinen bestürzen Bildern tief in unser aller Gedächtnis eingebrannt». «Ich bin an diesem Jahrestag in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.»

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für den Freistaat, Klaus-Dieter Josel, sagte, fünf Jahre danach sei der schreckliche Moment für alle Bahn-Kollegen noch in Erinnerung. Der technische Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn, Arnulf Schuchmann, sagte: «Wir trauern mit den Angehörigen, die mit dem Verlust leben müssen, und wir denken an diejenigen, die bis heute unter den Folgen des Unglücks leiden.» Das Zugpersonal wollte mittags um 12.00 Uhr eine Schweigeminute einlegen.

Rosenheims Landrat Otto Lederer (CSU) würdigte die Leistungen der Rettungskräfte, die in dem schwierigen und psychisch belastenden Einsatz Leben gerettet hatten.

Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) hatte zuvor vom schwärzesten Tag in Bad Aiblings jüngerer Geschichte gesprochen. Auch wenn das Gedenken wegen der Pandemie nur im kleinen Kreis möglich war, so richte sich das Signal auch an die Überlebenden sowie die Angehörigen der Toten, die bis heute mit dem schweren Verlust kämpften.

Unglücksursache war menschliches Versagen: Ein Fahrdienstleiter hatte am 9. Februar - dem Faschingsdienstag - mit seinem Handy gespielt. Davon abgelenkt setzte er falsche Signale, zwei Meridian-Züge der damaligen Bayerischen Oberlandbahn stießen auf der eingleisigen Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor frontal zusammen. Der Fahrdienstleiter wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, die er zu etwa zwei Dritteln absaß.

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