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Grafenfamilie siegt im Streit um Sanierung

24.01.2020 - Seit Jahren streiten die Stadt Pappenheim und die Grafenfamilie von und zu Egloffstein um die Renovierung des unter Denkmalschutz stehenden Neuen Schlosses. Es geht um Fördergelder, angebliche Zusagen und um ein vier Quadratmeter großes Grundstück.

  • Blick auf das neue Schloss in Pappenheim (Bayern). Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das neue Schloss in Pappenheim (Bayern). Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Pappenheim (dpa/lby) - Im Streit um Geld mit der Adelsfamilie von und zu Egloffstein hat die Stadt Pappenheim vor Gericht eine Niederlage erlitten. Vor dem Verwaltungsgericht Ansbach hatte die mittelfränkische Kommune auf Rückzahlung von 42 000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm geklagt, weil die Grafenfamilie eine vereinbarte Sanierung ihres Schlosses nicht habe ausführen lassen. Die Klage wurde abgewiesen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Statt die vom Marktplatz aus zu sehende Südfassade des Neuen Schlosses hatte der Eigentümer die Nordfassade renovieren lassen. Deshalb war die Stadt der Auffassung, dass ihr die Anfang 2015 ausgezahlten Gelder zurückgezahlt werden müssen. Die Adelsfamilie hatte argumentiert, dass die Arbeiten an der Nordfassade vorzuziehen gewesen seien, um das Denkmal zu sichern.

Der unter Denkmalschutz stehende Bau wurde 1819 bis 1822 von Leo von Klenze im Stil des Klassizismus errichtet. In das Anwesen sollten rund 1,3 von 1,8 Millionen Euro Baukosten durch öffentliche Gelder fließen, wie der geschäftsleitende Beamte der Stadt, Stefan Eberle, auf Anfrage sagte. Bisher sei die Sanierung mit rund einer Million Euro gefördert worden. Die Stadt habe aber die Zahlungen nach dem vierten Bauabschnitt eingestellt, «weil vollkommen abweichend gebaut wurde», sagte Eberle. Noch liege der Stadt die Begründung des Urteils nicht vor. Ob die Stadt gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt, sei noch ungewiss.

In einem anderen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht streiten die Parteien um ein vier Quadratmeter großes Grundstück, das der gräflichen Familie gehört, aber nach Eberles Angaben seit jeher als öffentliche Straße genutzt wurde und die Zufahrt zu den Stadtwerken ermöglicht. Während die Adelsfamilie das Betreten der Fläche notfalls durch Einzäunung verhindern wolle, habe die Stadt den Eigentümer mit einem sicherheitsrechtlichen Bescheid verpflichtet, die Nutzung als Straße zu dulden. Dagegen klagt die Grafenfamilie. Sollte auch dieses Verfahren verloren gehen, will die Stadt die Privatfläche enteignen, sagte Eberle.

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