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Grünen verlangen Aufklärung zu Störung an Forschungsreaktor

27.01.2021 - Im Mai 2020 war am Forschungsreaktor in Garching FRM II radioaktives C-14 ausgetreten. Acht Monate später hatte der Betreiber den Vorfall überraschend schärfer bewertet - die Grünen fragen nun nach den Gründen.

  • Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der TUM. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der TUM. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der Hochstufung des Vorfalls mit radioaktivem C-14 am Forschungsreaktor FRM II in Garching als Störung verlangen die Landtags-Grünen Aufklärung. Es müsse geklärt werden, welche neuen Erkenntnisse zu der höheren Einstufung führten, sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Rosi Steinberger (Grüne), die dazu eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung eingereicht hat.

Im Januar - acht Monate nach dem Austritt von radioaktivem C-14 - hatte der Betreiber den Vorfall in der Skala für sicherheitsrelevante Ereignisse hochgestuft und auf der internationalen Bewertungsskala (INES) als Stufe 1 und damit als Störung eingeordnet. «Es hat sich herausgestellt, dass dieser Vorfall der einzige INES1-Vorfall und damit das schwerwiegendste Ereignis in einem deutschen Forschungsreaktor in den vergangenen 20 Jahren war», sagte Steinberger. «Diesen Vorfall muss man dringend näher untersuchen.»

Ein Sprecher des Umweltministeriums als Aufsichtsbehörde unterstrich am Mittwoch erneut, die Sicherheit der Bevölkerung und der Umwelt sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Eine FRM-II-Sprecherin teilte mit, die Einstufung meldepflichtiger Ereignisse nehme der Betreiber stets zuerst vorläufig vor. Dann werde dies mit der Aufsichtsbehörde diskutiert. Auch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sei eingebunden. Auf der Basis sei die neue Einstufung durch den FRM II erfolgt. Diese müsse noch von der GRS bewertet werden.

Nach Angaben des Technischen Direktors des FRM II, Axel Pichlmaier, vom Mai war die neue Einstufung «nach intensiver Diskussion mit internen und externen Stellen» erfolgt. Steinberger mahnte eine Erklärung an, warum es für die Einstufung externe Stellen gebraucht habe und um welche es sich handelte.

Das Umweltministerium erläuterte, es habe vom Betreiber einen Bericht zu dem Ereignis, dessen Ursachen und deren Abstellung angefordert. Zudem habe es externe Sachverständige des TÜV SÜD hinzugezogen. Die Bewertung des entsprechenden Berichts laufe. Der Reaktor steht seit März 2020 still. Er werde nur mit Zustimmung des Ministeriums und nach abschließender Prüfung des Berichts wieder anfahren. Das Ministerium betonte auch, es habe die veränderte Einstufung auf seiner Seite umgehend aktualisiert. Steinberger kritisiert weiter, dass es keine eigene Veröffentlichung des Ministeriums gegeben habe.

Verantwortlich für die Emission von radioaktivem C-14 am FRM II war ein Bedienfehler bei einer Trocknungseinrichtung. Der für den FRM II festgelegte Jahresgrenzwert wurde um rund 15 Prozent überschritten.

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