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Industrie-Beschäftigte protestieren gegen Arbeitsplatzabbau

14.10.2020 - Zahlreiche Beschäftigte betroffener Unternehmen in Bayern haben am Mittwoch gegen Stellenabbau vor allem bei Zulieferern der Autoindustrie protestiert. Aktionen mit jeweils mehreren Hundert Teilnehmern habe es etwa bei Schaeffler in Herzogenaurach, bei Bosch in Bamberg, bei Audi in Ingolstadt und bei MT Aerospace in Augsburg gegeben, wo Arbeitsplätze in der Luft- und Raumfahrtindustrie auf dem Spiel stehen, teilte die Gewerkschaft IG Metall mit. Am Donnerstag soll es unter anderem in Nürnberg eine Menschenkette geben.

  • Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Proteste sind Teil der IG-Metall-Aktionswoche «Fairwandel statt Zukunftsangst». Bereits am Dienstag hatten sich mehr als 3000 Beschäftigte an den Protesten beteiligt. Es gehe darum, in zukunftsfähige Technologien zu investieren, statt Arbeitsplätze abzubauen, sagte der Landeschef der Gewerkschaft, Johann Horn. «Die bayerische Industrie hat den Wandel zu klimafreundlichen Technologien verschlafen», sagte Horn. «Jetzt sollen die Beschäftigten bluten mit Stellenabbau, Sparprogrammen und Verlagerungen in Billiglohnländer», betonte er. «Wir machen Druck, damit die Unternehmen vor Ort in Zukunftstechnologien investieren.»

Viele Autozulieferer planen den Abbau von Arbeitsplätzen, weil die von ihnen produzierten Teile für Verbrennertechnologien auf dem Weltmarkt nicht mehr in gewohnter Menge nachgefragt werden. Allein der Zulieferer Schaeffler will vorrangig in Deutschland sein Personal um 4400 Stellen verkleinern.

Die Metall-Arbeitgeber kritisierten die Darstellung der Gewerkschaft am Mittwoch. Bayerns Unternehmen seien Vorreiter bei der Entwicklung klimafreundlicher Technologien. «Sie verschlafen den Wandel nicht», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm), Bertram Brossardt. «In dieser Lage immer weiter Stimmung gegen die Unternehmen zu machen, ist ein kontraproduktives Signal für die kommenden Tarifverhandlungen», beklagte er. «Jetzt gilt es sachlich zu bleiben, mit maßvoller Rhetorik.»

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