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Lernen im Wechsel für Schüler: Neue Kommunikations-Software

13.05.2020 - Homeoffice, Haushalt, und dann auch noch Lernen zu Hause: Schüler und Eltern, aber auch Lehrer stehen in der Corona-Krise vor besonderen Herausforderungen. Nun kehren die Schüler auch in Bayern langsam an ihre Schulen zurück. Doch damit tun sich wieder neue Fragen auf.

  • Ein Junge löst in einer Grundschule eine Matheaufgabe. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Junge löst in einer Grundschule eine Matheaufgabe. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Woche Unterricht in der Schule, dann eine Woche Lernen zu Hause - mit einem solchen Wechselmodell sollen Lehrer, Schüler und Eltern in Bayern nach langer Corona-Pause ganz langsam wieder zu mehr Normalität zurückfinden. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) setzt große Hoffnungen auf das künftige «Lernen im Wechsel»: «Es ist gut, dass die Schüler wieder schrittweise in den Unterricht an der Schule zurückkehren - denn nichts geht über Unterricht live», sagte Piazolo am Mittwoch in München. Damit werde es wieder eine regelmäßigere und direktere Kommunikation zwischen den Lehrern und ihren Schülern geben.

«Es geht darum, ein stabiles Unterrichtsangebot zu schaffen», betonte Piazolo. «Entscheidend ist: Die Präsenzwoche und die folgende Woche des «Lernens zu Hause» bilden eine sinnvoll verzahnte Einheit.»

Konkret heißt das: Die im Präsenzunterricht vermittelten Inhalte sollen anschließend zu Hause geübt und vertieft werden. Aufbauend auf dem Präsenzunterricht soll das neue Wissen aber auch zu Hause erweitert werden - «mit Augenmaß», betonte das Ministerium. Die Themen müssten sich etwa hinsichtlich Umfang und Schwierigkeitsgrad dafür eignen.

Nach den Abschlussklassen sind seit Montag auch diejenigen Schüler wieder zurück in den Klassenzimmern, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen oder die vierte Klasse besuchen. Kommende Woche sollen unter anderem die Erstklässler folgen, die 5. Klassen der Mittelschulen und die 5. und 6. Klassen an Realschulen und Gymnasien. Für alle anderen Klassen beginnt der Präsenzunterricht erst nach den Pfingstferien Mitte Juni. Von Normalität kann aber noch keine Rede sein: Der Unterricht findet in kleineren Gruppen statt, in der Regel wochenweise im Wechsel, dafür werden Klassen also aufgeteilt.

Das bedeutet auch, dass Schüler und Eltern sich wochenweise weiterhin um das «Lernen zu Hause» kümmern müssen. Helfen sollen diverse digitale Angebote: die Lernplattform Mebis, nun aber auch «Microsoft Teams for Education». Dieses digitale Kommunikationswerkzeug gebe es nun an allen rund 3800 weiterführenden Schulen, berichtete Piazolo. Schüler könnten damit mittels Chat, Telefon- oder Videokonferenz mit den Lehrkräften kommunizieren, in Kursräumen arbeiten und Feedback bekommen. Außerdem könnten die Lehrer Sprechstunden und Beratungstermine für Eltern anbieten und auch im Kollegium virtuell zusammenarbeiten. «Mir ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte miteinander im Kontakt sind und sich gegenseitig Rückmeldungen geben», betonte der Kultusminister.

Zudem kündigte Piazolo an, dass Schüler, die zu Hause keinen Zugang zu einem Computer hätten, aus einem Pool von Leihgeräten versorgt werden könnten. Auf die Schnelle gebe es auf diesem Wege 50 000 Geräte zum Ausleihen, 25 000 Notebooks und 25 000 Tablets.

Eine Prognose, wie es an den Schulen nach den Sommerferien weitergeht, wollte Piazolo nicht abgeben. «Wir können heute nicht sagen, ob wir im September in den normalen Schulbetrieb wieder zurückkommen.» Solange man 1,50 Meter Mindestabstand halten müsse, werde man es nicht schaffen, wieder alle Schüler gleichzeitig zu unterrichten - das werde bei den vorhandenen Räumlichkeiten nicht möglich sein. Aber der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens sei aktuell nicht vorherzusehen, deshalb wolle er auch nicht spekulieren.

Die Landtags-Grünen forderten eine bildungswissenschaftliche Begleitung der schrittweisen Schulöffnung, um daraus Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen, insbesondere für das neue Schuljahr 2020/21. Die SPD warnte, die besten digitalen Kommunikationswerkzeuge nützten nichts, wenn es an der Hardware fehle - noch immer hätte zahlreiche Kinder in Bayern keinen Computer für das Lernen zur Verfügung. Und die FDP forderte, die Schulen auch bei einem pädagogisch sinnvollen Einsatz von Videokonferenzen zu unterstützen und eine flächendeckende Ausstattung mit entsprechenden Geräten sicherzustellen.

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