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Mehr Nachfrage als Platz in geschlossenem Kinderheim

29.10.2018 - Kriminelle, aber strafunmündige Kinder können in geschlossenen Heimen untergebracht werden. In Sinntal befindet sich das einzige in Hessen. Es hilft Zehn- bis 13-Jährigen, von der schiefen Bahn zu kommen. Der Heim-Leiter sieht großen Bedarf für das Konzept.

  • Fotos hängen in Sinntal-Sannerz im Empfangsbereich des Jugendhilfezentrums. Foto: Marc Tirl/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Fotos hängen in Sinntal-Sannerz im Empfangsbereich des Jugendhilfezentrums. Foto: Marc Tirl/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sinntal (dpa/lhe) - Sechs Jahre nach der Eröffnung von Hessens einzigem geschlossenen Kinderheim ist die Nachfrage nach Plätzen größer als das Angebot. «Die Warteliste ist lang. Wir haben rund 20 weitere Anfragen vorliegen, die Hälfte etwa aus Hessen. Wir bemerken großen Bedarf», sagte Patrick Will, der als Sozialpädagoge die im September 2012 eröffnete Einrichtung seit April leitet. Aktuell gibt es nur acht Plätze in Sinntal (Main-Kinzig-Kreis). Kriminelle, aber strafunmündige Kinder zwischen zehn und 13 Jahren können dort untergebracht werden.

Kritiker bezeichneten die Einrichtung früher auch schon mal als «Kinderknast». Mittlerweile seien die Vorbehalte aber gewichen. «Nachdem die Gruppe anfangs umstritten war, hat sich das Bild in der Öffentlichkeit gewandelt. Es ist ruhiger geworden um unsere Einrichtung. Die Maßgabe lautet: So viel Geschlossenheit wie nötig und so viel Freiheit wie möglich für die Bewohner», erklärte Will. Es handele sich nicht um ein Gefängnis. Die Kinder können sich in ihren Zimmern und auf dem Gelände der Gruppe frei bewegen.

Untergebracht werden Kinder, bei denen die Behörden mitunter ratlos sind, was sie mit ihnen noch anstellen sollen. «Wir bekommen teilweise echte Hardcorefälle», sagt Wills Vorgesetzter Christian Vahlhaus. Die in Sinntal betreuten Kinder sind beispielsweise wegen Diebstählen, Schlägereien, Alkohol- und Drogenkonsums sowie Schuleschwänzen aufgefallen. Oft kommen sie aus prekären Elternhäusern und waren schon in der Psychiatrie.

Wie viel Freiheit und Freizeit die Kinder außerhalb der Gruppe genießen dürfen - etwa Besuche im Fußballverein oder bei Angehörigen - hängt individuell vom Verhalten der Kinder und den Rahmenbedingungen ab, wie Vahlhaus, der vormals langjährige Leiter, erklärte.

Die Arbeit des Heims in Hessen wurde vom Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) in Mainz wissenschaftlich untersucht. Der geschäftsführende Direktor Michael Macsenaere berichtete: «Die Kinder in der Einrichtung nehmen eine eindeutig positive Entwicklung.» Im Vergleich zu anderen Einrichtungen in Deutschland seien sie auf einem «überdurchschnittlich guten Weg».

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