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Mehrwertsteuersenkung: Kein großer Effekt auf Wohnungsbau

25.09.2020 - Erschwingliche Wohnungen und Häuser sind in vielen Regionen Bayerns nach wie vor Mangelware. Daran wird wohl auch die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer nichts ändern.

  • Arbeiter errichten ein Wohnhaus mit Hilfe eines Kranes. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Arbeiter errichten ein Wohnhaus mit Hilfe eines Kranes. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Häuslebauer und Wohnungskäufer werden voraussichtlich kaum von der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer profitieren. Im August waren die Preise für Bauarbeiten im bayerischen Wohnungsbau mit minus 0,2 Prozent lediglich minimal günstiger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Landesamt in Fürth ausgerechnet hat. Ohne Mehrwertsteuersenkung wären die Preise um 2,4 Prozent gestiegen. Das teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Rechnung des Statistischen Landesamts bezieht sich nur auf die Preise der Baufirmen, nicht auf die Immobilien als solche. Für den Wohnungs- und Häusermarkt gibt es noch keine ganz aktuellen Daten, doch der Immobilienverband Süd rechnet nicht mit sinkenden Preisen: Die Mehrwertsteuersenkung sei ohnehin nur eine zeitweilige, sagte Stephan Kippes, der Marktforscher des Verbands. «Wir erwarten keine großen Verwerfungen.»

In den vergangenen Monaten waren Immobilienfachleute davon ausgegangen, dass die Corona-Epidemie den kontinuierlichen Preisanstieg bei Immobilien vielleicht etwas verlangsamen könnte. Eine grundlegende Trendwende mit sinkenden Preisen ist jedoch trotz Krise nicht in Sicht.

Auch Bauarbeiter und -handwerker sind keineswegs in allen Gewerken ein bisschen billiger geworden. So verlangen Klempner (plus 1,8 Prozent) und Gerüstbauer (plus 4,6) laut Landesamt im Vergleich zum Vorjahr ungeachtet der Mehrwertsteuersenkung höhere Preise, Glaserarbeiten (minus 1,5) sind jedoch günstiger.

Die Bundesregierung hatte zum 1. Juli die Mehrwertsteuersätze für ein halbes Jahr gesenkt, um den Einbruch der deutschen Wirtschaft in der Corona-Krise zu mildern. Der reguläre Steuersatz wurde von 19 auf 16 Prozent reduziert, der unter anderem für Lebensmittel geltende ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent.

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