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Mordprozess: Anklage will Haft, Verteidigung Freispruch

23.10.2020 - Es war ein feuchtfröhliches Gelage - und am Ende gab es einen Toten. Wurde er erstochen - und von wem? Oder war es ein Unfall? Viele Fragen bleiben auch in der zweiten Runde des Regensburger Prozesses offen.

  • Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um einen tödlichen Messerstich bei einer nächtlichen Privatfeier in Neustadt an der Donau hat die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe wegen Mordes sowie eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verlangt. Die Verteidigung forderte am Freitag vor dem Landgericht Regensburg Freispruch. Nach Auffassung der Anklage hatte der stark alkoholisierte 51 Jahre alte Pole im Mai 2018 in seiner Wohnung einen Bekannten nach einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden mit einem Messerstich in den Hals getötet. Der Mann hat die Tat stets bestritten.

Das Landgericht Regensburg muss sich bereits zum zweiten Mal mit dem Fall befassen. Es hatte den Mann im Februar 2019 zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob das Urteil aber auf und verwies den Fall zurück.

In der Tatnacht war reichlich Alkohol geflossen. Am frühen Morgen setzte sich das Opfer auf einen Hocker in der Küche, um etwas zu essen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihm der Angeklagte dabei nach einem vorangegangenen Streit von hinten in den Hals stach. Sie verlangte elf Jahre Haft wegen Mordes.

Da der 51-Jährige zur Tatzeit erheblich alkoholisiert war, ging die Anklagebehörde aber von einer verminderten Schuldfähigkeit aus und plädierte für ein verringertes Strafmaß. Das Strafgesetzbuch sieht bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Der Mann soll nach dem Willen des Staatsanwalts zunächst drei Jahre und sechs Monate im Gefängnis und dann in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Bei erfolgreicher Therapie sei eine vorzeitige Haftentlassung möglich.

Die Verteidiger sahen hingegen die Schuld ihre Mandaten nicht als erwiesen an. Sie verwiesen auf die Entscheidung des BGH, der nicht ausreichend begründet sah, warum die Regensburger Richter im ersten Prozess von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt waren.

Die Anwälte machten hier widersprüchliche Angaben einer Zeugin im ersten Prozess geltend. Als die Polizei damals am Tatort eintraf, hatte die Frau die Tür geöffnet und angegeben, das Opfer sei ihr ins Messer gefallen. Im zweiten Prozess hatte sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht als mögliche Beschuldigte Gebrauch gemacht. Der BGH habe ausgeführt, dass auch sie als Täterin in Frage komme, argumentierten die Anwälte.

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