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Bayern: Maskenpflicht im Freien in Corona-Hotspots

21.09.2020 - Zuletzt hatte die Staatsregierung gewisse Corona-Beschränkungen gelockert. Doch weil vor allem in München die Neuinfektionszahlen viel zu hoch sind, müssen Freistaat und Stadt nun gegensteuern.

  • Markus Söder (CSU) zieht sich einen Mund-Nasen-Schutz auf. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Markus Söder (CSU) zieht sich einen Mund-Nasen-Schutz auf. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In München und anderen Corona-Hotspots in Bayern soll es eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen geben - in der Landeshauptstadt voraussichtlich ab diesen Donnerstag. Zudem drohen den Menschen in München schärfere Kontaktbeschränkungen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellte am Montag eine Maskenpflicht für öffentliche Plätze in allen bayerischen Corona-Hotspots in Aussicht, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Dies will das Kabinett an diesem Dienstag beschließen. Die betroffenen Kommunen müssen dann noch die genauen Orte festlegen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte bereits wenig später eine Maskenpflicht für ausgewählte Plätze und Straßen in der Innenstadt an. Außerdem sollen sich im Stadtgebiet dann nur noch fünf Menschen oder Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen - sowohl im privaten Bereich als auch im gesamten öffentlichen Raum. Ausnahmen sollen für Verwandte in gerader Linie gelten, also zum Beispiel Eltern und Kinder. Bleiben die Werte so hoch, will die Stadt am Mittwoch eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die zunächst sieben Tage lang gelten soll. Reiter sagte, man stelle sich darauf ein, dass die Zahlen bis dahin nicht wieder unter den kritischen Wert von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche sinken.

Am Montag lag dieser wichtige Wert nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 56,13 (Stand 8.00 Uhr). Landesweit überschritt laut LGL am Montag nur noch Würzburg die 50er-Marke - mit einem Wert von 61,78.

Söder betonte, auf welchen öffentlichen Plätzen genau die Maskenpflicht greift, sei die Entscheidung der betroffenen Kommunen. Auch über die genauen Uhrzeiten werde man im Kabinett noch einmal sprechen. Söder plädierte jedenfalls für eine Maskenpflicht ab den Abendstunden: «Ab einer bestimmten Uhrzeit auf jeden Fall», sagte Söder vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands. Und auf bestimmten Plätzen solle es dann auch ein Alkoholverbot geben. Ausnahmen soll es nach Worten des Ministerpräsidenten nur in Fällen geben, in denen das Infektionsgeschehen klar auf bestimmte Ausbruchsherde zuordenbar sei. In München beispielsweise sei das aber aktuell nicht mehr möglich.

«München ist zu groß, um es einfach jetzt zu ignorieren und laufen zu lassen», sagte Söder. Reiter äußerte sich ähnlich: «Wir müssen alles tun, um noch einschneidendere Regeln tatsächlich zu verhindern.»

Eine Maskenpflicht ist hier unter anderem am Marienplatz und auf dem Viktualienmarkt geplant, wo bei schönem Wetter immer wieder Menschen dicht gedrängt stehen, ohne Rücksicht auf Abstands- und Hygieneregeln. Einschnitte soll es auch bei Familienfeiern wie Hochzeiten oder Beerdigungen geben - wer privat einlädt, darf künftig nur mit höchstens 25 Leuten feiern, im Freien mit 50. Wer dazu ins Lokal geht, darf aber weiterhin 100 Gäste einladen, im Freien 200.

Er habe sehr gemischte Gefühle, sagte Söder mit Blick auf Fotos von gewissen Wiesn-Ersatzfeiern am Wochenende in München. «Die Bilder vom Viktualienmarkt, die waren schon verstörend», kritisierte er. Fotos zeigten Menschen dort dicht gedrängt, ohne Abstand und ohne Maske.

«Ich will keinem die Freude nehmen», betonte der Ministerpräsident. «Aber Freude und Vernunft sollten besser zusammenkommen.» Man müsse nun reagieren, um die Corona-Zahlen wieder deutlich zu senken.

Ungeachtet der wieder gestiegenen Corona-Zahlen in vielen Kommunen hatte die Staatsregierung zuletzt noch an einem weiteren Lockerungsschritt festgehalten: Seit Samstag dürfen auch Bars und Kneipen wieder öffnen - wenn auch nur unter bestimmten Auflagen.

Söder betonte, Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. «Das Problem sind die unzähligen privaten Veranstaltungen, auch das Treffen auf Plätzen.» Söder wiederholte in dem Zusammenhang auch noch einmal seine klare Prioritätensetzung: Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor erneuten massiven Einschränkungen zu bewahren.

Die Bundeswehr soll in München nun das Gesundheitsamt unterstützen. «Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern», sagte Söder.

Für die seit dem Frühjahr stark vom Coronavirus gebeutelte Region Würzburg gelten bereits seit einigen Tagen strengere Regeln als in manch anderen Gegenden Bayerns. Von 23.00 Uhr an dürfen Wirtshäuser in der Innenstadt keinen Alkohol mehr ausschenken. Entlang des Mains ist das Trinken von Bier, Wein und Co. unter freiem Himmel bereits ab 22.00 Uhr verboten. Das LGL führt die hohen Zahlen dort unter anderem auf das Nachtleben zurück, etwa auf den Ausbruch in einer Shisha-Bar.

Angesichts des bevorstehenden Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest kündigte Söder zudem schärfere Quarantäneregeln für zurückkehrende Fans an. Man werde die entsprechende Quarantäneverordnung ändern. Bisher gelte für bestimmte Fälle eine Ausnahmeregelung: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, müsse nicht in häusliche Quarantäne. «Wir werden das ändern und ändern müssen.»

Die Ausnahmeregelung für Geschäftsreisen könne nicht bei Fußball oder Kulturveranstaltungen gelten. «Ungarn ist Hochrisikogebiet. Deswegen ist es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, dass wir dann die normalen Quarantäneregeln haben.» Jeder solle sich genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, mahnte Söder. Man könne es sich nicht leisten, dass 2000 bis 3000 Menschen möglicherweise am Ende für eine «Riesen-Infektionswelle» sorgten. Für Geschäftsreisende soll es nach Darstellung Söders aber bei der Ausnahmeregelung bleiben.

Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag (21.00 Uhr) in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67 000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern nach Angaben vom Sonntag nach Budapest begleiten.

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