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Nitrat-Messstellen sollen mehr als verdoppelt werden

01.02.2020 - München (dpa/lby) - Der Freistaat Bayern will in der Debatte um nitratbelastetes Grundwasser die Zahl der Messstellen mehr als verdoppeln. Die Zahl der Messpunkte soll von derzeit 600 auf bis zu 1500 erhöht werden, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Eine entsprechende Konzeption sei gerade im Auftrag seines Ministeriums in Arbeit, sagte Glauber.

  • Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber spricht bei der Abschluss-Pressekonferenz nach der Klausurtagung der Freie-Wähler-Landtagsfraktion. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber spricht bei der Abschluss-Pressekonferenz nach der Klausurtagung der Freie-Wähler-Landtagsfraktion. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Allerdings werde der Kampf um sauberes Grundwasser ohne Mithilfe der Landwirtschaft nicht funktionieren. «Die Messstellen können zwar genauere Daten liefern. Bei der Frage, wie man überschüssigen Stickstoff besser in den Griff bekommt, ist aber in erster Linie die Landwirtschaft gefragt. Von dort müssen Lösungsvorschläge kommen.»

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist in Deutschland an vielen Stellen zu hoch. Umweltschützer machen vor allem die Landwirtschaft dafür verantwortlich, die durch Mineraldünger erhebliche Nitrateinträge verursacht. Die Bauern wehren sich und machen geltend, sie seien nicht die einzige Ursache.

«Sauberes Wasser hat die oberste Priorität. Wir alle wollen und brauchen sauberes Wasser - für uns und kommende Generationen», sagte Glauber. Einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zufolge drohen Deutschland Strafzahlungen in Höhe von 850 000 Euro pro Tag, weil die Grenzwerte deutlich überschritten werden. Die seit 2017 geltende Düngemittelverordnung muss entsprechend angepasst werden.

Die größere Zahl von Messstellen könnte dazu führen, dass bisher als «rot» gekennzeichnete Flächen kleiner werden. Diese besonders belasteten Flächen zwingen die Bauern zur Einhaltung zusätzlicher Auflagen. Derzeit sind nach Angaben des Ministeriums 21 Prozent der Landesfläche als «rot» eingestuft.

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