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Opfervertreter kritisiert «innerkirchliche Schweigekultur»

19.01.2020 - München (dpa) - Der Sprecher der Missbrauchsopfer-Initiative «Eckiger Tisch», Matthias Katsch, kritisiert eine «Schweigekultur» innerhalb der katholischen Kirche. «Die Tatsache, dass niemand für die zahllosen Verbrechen von Priestern und ihren bischöflichen Beschützern an Kindern und Jugendlichen juristisch belangt werden wird, ist schwer erträglich», sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Zahlen aus Bayern. Dort ist knapp anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche keine einzige Anklage erhoben worden. Bis auf vier Ermittlungen, die noch laufen, wurden alle eingestellt, wie aus Zahlen der Generalstaatsanwaltschaften hervorgeht.

  • Matthias Katsch, Sprecher des Betroffenenverbandes «Eckiger Tisch». Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Matthias Katsch, Sprecher des Betroffenenverbandes «Eckiger Tisch». Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Verantwortlich dafür sind eine innerkirchliche Schweigekultur in Verbindung mit den fatalen Verjährungsregeln der Vergangenheit», kritisierte Katsch. «Umso wichtiger ist heute eine unabhängige Aufarbeitung, die diese Taten soweit wie möglich aufklärt und den Opfern die Gelegenheit zur vertraulichen Anhörung gibt.»

Für die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz, die im Herbst 2018 veröffentlicht wurde, waren deutschlandweit mehr als 38 000 Akten aus den Jahren 1946 bis 2014 untersucht worden. Demnach wurden mindestens 3677 Minderjährige von 1670 Klerikern missbraucht. Die einzelnen Bistümer leiteten die Unterlagen, die der Studie zugrunde lagen, an die zuständigen Staatsanwaltschaften weiter.

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