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Polizist wegen Dosenwurfs vor Gericht: Angst vor Kollegen

10.06.2020 - Ein ehemaliger Polizist aus München hat einen Dosenwurf bei einem G20-Protest in Hamburg mit seiner Angst vor einem Schlagstockeinsatz seiner Kollegen erklärt. «Ich hatte Schiss, selbst niedergeknüppelt zu werden», sagte der 38-Jährige in einer Vernehmung der bayerischen Polizei, deren Protokoll am Mittwoch in der Hansestadt vor dem Amtsgericht Altona verlesen wurde. Bei einem privaten Besuch der Demonstration «Welcome to Hell» am 6. Juli 2017 habe er zusammen mit seiner Freundin erlebt, wie die Polizei den St.-Pauli-Fischmarkt räumte. Die Beamten seien dabei «brutal und ohne Anlass» vorgegangen, erklärte die mitangeklagte 31-Jährige über ihre Verteidigerin.

  • Die Angeklagten (l und r) und ihre Verteidiger, Alexander Kienzle (2.v.l.) und Britta Eder, sitzen im Prozess um einen damaligen Münchner Polizisten, der privat beim G20-Gipfel in Hamburg war, und eine Frau die fast zeitgleich...

    Die Angeklagten (l und r) und ihre Verteidiger, Alexander Kienzle (2.v.l.) und Britta Eder, sitzen im Prozess um einen damaligen Münchner Polizisten, der privat beim G20-Gipfel in Hamburg war, und eine Frau die fast zeitgleich Bierdosen von der Brücke Breite Straße auf dort eingesetzte Polizisten geworfen haben, im Gerichtssaal. Foto: Axel Heimken/dpa/POOL/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Sie belegt ihre Vorwürfe mit Videoaufnahmen der Polizei. Die Sequenzen zeigen beide Beschuldigte bei der Tat in Zivilkleidung auf einer Brücke. Der Prozess soll am 26. Juni fortgesetzt werden. Der Verteidiger des ehemaligen Polizisten kündigte an, dass er Freispruch für seinen Mandanten beantragen werde.

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