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Prozess: Mann rast mit Auto in Haus von Ex-Freundin

23.04.2019 - Bei schönem Wetter saß die 30-Jährige immer gerne auf ihrer Terrasse, auch nach Einbruch der Dunkelheit. Nicht an diesem Abend - zum Glück. Denn nach der Trennung von ihrem Ex-Freund hätte ihr diese Gewohnheit zum bösen Verhängnis werden können.

  • Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II in München, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II in München, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

München (dpa/lby) - Mit einem Auto war er über die Terrasse ins Wohnzimmer seiner Ex-Freundin gerast - nun muss sich ein 33-Jähriger aus Markt Indersdorf wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht München II verantworten. In blinder Wut über die Trennung und eine neue Liebesbeziehung der Frau habe er beschlossen, die 30-Jährige und deren neuen Lebensgefährten heimtückisch zu töten, hieß es am Dienstag beim Prozessauftakt in der Anklage. Auch das Leben der kleinen Tochter seiner Ex-Freundin habe er riskiert, sie sei jedoch nicht im Haus gewesen.

Der gebürtige Cottbusser zeigte sich vor Gericht reuig. «Ja, es stimmt», erklärte er. Er sei am Tatabend Mitte Juni 2018 mit einem Kleinbus in die Terrassentür gefahren. «Ich wollte aber nie jemandem etwas antun und jemanden umbringen.» Zum genauen Tatablauf und seinen Motiven äußerte er sich nicht.

Die beiden waren seit Januar 2016 ein Paar und der Kfz-Mechaniker zog nach einiger Zeit bei ihr ein. Doch irgendwann fing es an, zu kriseln und im Mai 2018 trennten sie sich. Der Mann zog aus. Am Tatabend am 14. Juni 2018 hatte er sich mit der Frau verabredet, weil sie ihm ein paar seiner Sachen zurückgeben wollte. Zur Übergabe am vereinbarten Treffpunkt erschien aber nicht seine Ex-Freundin, sondern ihr neuer Lebensgefährte. Das machte den Angeklagten wütend. Er habe gehofft, noch mal mit ihr reden zu können, sagte er. Mit einem Kleinbus fuhr der Deutsche laut Anklage über einen Feldweg und eine Wiese direkt auf das Wohnhaus der Frau zu. Mit etwa 50 Stundenkilometern soll er durch einen Zaun und eine Hecke gerast und über die Terrasse gebrettert sein, bevor das Fahrzeug die Hauswand durchbrach.

Die Ex-Freundin und ihr neuer Freund hatten Glück: Als das Auto in das Wohnzimmer raste, waren sie gerade im Bad. Sie im 1. Stock, er im Untergeschoss. «Dann höre ich es nur scheppern», erinnerte sich die 30-Jährige in ihrer Zeugenaussage. Ihr erster Gedanke: Der Angeklagte könnte im Erdgeschoss ein Fenster eingeschlagen haben. Sie öffnete die Tür und rief raus: «Geht's noch?». Als sie ins Wohnzimmer kam, ragte der Kleinbus durch die Wand. Sie habe das Auto sofort erkannt und sei nach draußen gerannt. Dort habe der Mann sie zu Boden gedrückt und mit der Hand ihr Gesicht zusammengedrückt. Dabei habe er gerufen: «Ich habe dich immer geliebt!». Die 30-Jährige zog sich nach eigenen Angaben eine Brustkorbprellung zu und lässt sich wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung therapieren.

In ihrer Zeugenaussage beschrieb die Frau den Angeklagten als unauffällig und nie aggressiv. Er habe sich vor der Trennung aber stark auf sie fokussiert. Er sei wohl durchgedreht, vermutete sie. «Ich glaube, dass er sich da reingesteigert hat.» Für den Prozess sind vier Verhandlungstage bis Mitte Mai angesetzt.

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