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Messerangriff: Angeklagter spricht von Leidensdruck

14.06.2018 - Ein Dutzend Mal sticht ein Mann in Niederbayern auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin ein. Dafür muss er sich in Landshut vor Gericht verantworten.

  • Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David Ebener/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Landshut (dpa/lby) - Die brutale Messerattacke auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin hat ein 28 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Landshut mit seinem Trennungsschmerz begründet. Sein Leidensdruck sei immer größer geworden, ließ er zum Prozessauftakt am Donnerstag über seinen Anwalt ausrichten. Er habe die beiden am Tattag im Juni 2017 nicht töten, sondern seine Ex-Freundin lediglich sprechen wollen. Als sie ihm die Tür öffnete, seien ihm die Sicherungen durchgebrannt. Die Staatsanwaltschaft legt dem Deutschen versuchten Mord zur Last.

Der Anklage nach stach er mindestens zwölf Mal auf Kopf und Rücken des neuen Partners seiner schwangeren Ex-Freundin ein. Die Frau hatte demnach versucht, den Angreifer von ihrem Partner abzuwehren. Als ihr das nicht gelang, flüchtete sie zu Nachbarn, die die Polizei riefen. Dadurch habe der Angreifer seinen Plan, die 29-Jährige aus Rache für die zurückliegende Trennung sexuell zu missbrauchen, nicht umsetzen können. In einem Rucksack hatte der Mann unter anderem Handschellen, einen Dildo, Highheels, Klebeband und ein Beil mitgebracht.

Vor Gericht ließ der Angeklagte weiter ausrichten, er wolle die Schuld für die Tat - an die er sich allerdings nicht erinnern könne - übernehmen und sei voller Reue. Die Gegenstände aus dem Rucksack seien lediglich als Druckmittel gedacht gewesen. Mit dem Beil hätte er vielleicht Möbel zertrümmert, aber niemanden angegriffen. Die Schuhe hätte die Frau freiwillig anziehen sollen, damit die Bilder, die er von ihr im Kopf habe, verschwänden, erklärte der Angeklagte.

Das Ex-Paar hatte sich im Sommer 2016 getrennt. Nach eigener Aussage hatte der Angeklagte die Katze der Frau an die Wand geschleudert. Daraufhin habe ihn seine damalige Freundin aus der Wohnung geworfen.

Die Schwangerschaft der Frau sei nicht der Grund für den Angriff im vergangenen Jahr gewesen, ließ der Angeklagte ausrichten. Er habe erst bei der Vernehmung durch die Polizei erfahren, dass die Frau ein Kind erwarte. Ihr neuer Partner überlebte den Angriff schwer verletzt und trug Narben im Gesicht davon. Zudem leiden die beiden seither unter Panikattacken. Für den Prozess sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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