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Rechtschreibfehler in neuer Uni-Bibliothek

06.12.2019 - Seit September hat die LMU ihre neue Fachbibliothek Philologicum. Zitate in 20 verschiedenen Sprachen zieren die Wände - doch nicht alle sind korrekt. Im Altgriechischen hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Doch die Uni machte aus der Not eine Tugend.

  • Ein Zitat aus einem Werk der griechischen Dichterin Sappho klebt an einer Scheibe im Philologicum. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Zitat aus einem Werk der griechischen Dichterin Sappho klebt an einer Scheibe im Philologicum. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

München (dpa/lby) - Ausgerechnet die Sprachwissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München haben derzeit Probleme mit der Rechtschreibung. In ihrer neuen Fachbibliothek, dem Philologicum, hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Die altgriechischen Zitate - vor allem aus Homers «Odyssee» -, die dort zur Zierde auf Glasflächen angebracht wurden, sind nicht alle korrekt, wie die Universität bestätigte. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» über den «orthografischen Pfusch am Bau» berichtet.

«Das Problem war vor allem, dass die Zitate im Foliendruckverfahren angebracht worden sind, und bei dieser Technik die Folie vom Glas abgezogen werden muss», sagte der Leiter des Philologicums, Benjamin Rücker. «Dabei sind einige der typographisch recht feinen Hauchzeichen leider mit abgezogen worden.»

Bei diesen Hauchzeichen handelt es sich um diakritische Zeichen über den Vokalen. «Als wenn im Deutschen ein I-Punkt fehlt», sagt der Philologe Peter Isépy, dem die kleinen Fehler gleich auffielen. «Es sind vor allem Akzentfehler, kleine Schreibfehler und Auslassungen», sagt er. «Es handelt sich vor allem um kleine Fehlerchen - als wenn im Deutschen das Dehnungs-H fehlt.»

Die Uni machte aus der Not eine Tugend - und hat aus der Fehlersuche eine Übung für ein Proseminar gemacht. «Auch Studienanfänger der Gräzistik haben oft Probleme mit dem korrekten Setzen der Hauchzeichen», sagte Rücker. Isépy ging mit seinen Studenten auf Fehlersuche. «Die haben sich gefreut, das in freier Wildbahn machen zu dürfen.»

Das Philologicum wurde erst Ende September eröffnet, nach vier Jahren Bauzeit. Rund 38 Millionen Euro hat die neue Fachbibliothek gekostet. Dort sind nun alle bisherigen sprach- und literaturwissenschaftlichen Bibliotheken unter einem Dach vereint.

«Generell ist das Thema aus philologischer Sicht unschön», räumt Rücker ein. «Andererseits freuen wir uns natürlich sehr, dass wir eine große neue Bibliothek für die Sprach- und Literaturwissenschaften gebaut haben und jetzt - sowohl im übertragenen wie im literalen Sinne - nur noch über das "Tüpfelchen auf dem i" sprechen müssen.»

Die Korrekturen der Fehler seien inzwischen schon in Auftrag gegeben worden, betont Rücker. Im Philologicum finden sich auf den Glasflächen insgesamt rund 200 Zitate aus rund 20 unterschiedlichen Sprachen. Sie wurden kurz vor der Bibliothekseröffnung im September angebracht. «Die anderen Zitate sind», sagt Rücker, «nach bestem Wissen und Gewissen, orthographisch korrekt».

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