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Reichhart will Landrat werden: Bleibt vorerst im Kabinett

16.09.2019 - Er gilt als junge Nachwuchshoffnung der CSU: 37 Jahre alt, ruhig im Auftritt und fachlich kompetent. Nicht zuletzt deshalb hatte ihn Markus Söder in sein Kabinett geholt. Doch jetzt will sich Hans Reichhart neu orientieren.

  • Hans Reichhart (CSU). Foto: Peter Kneffel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hans Reichhart (CSU). Foto: Peter Kneffel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

München (dpa/lby) - Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird voraussichtlich im Frühjahr sein Kabinett umbilden müssen. Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) strebt an, Landrat von Günzburg zu werden. Er werde kandidieren, sagte Reichhart am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er dementierte aber, dass er sofort seinen Posten im Kabinett räumen wird.

Spätestens im Falle seiner Wahl müsste Reichhart jedoch den Ministerrat verlassen. Über eine mögliche Nachfolge will die Staatsregierung im kommenden Jahr entscheiden. Zuvor hatte die «Augsburger Allgemeine» berichtet, dass der 37-Jährige in seiner schwäbischen Heimat in die Kommunalpolitik einsteigen wolle.

In der CSU geht man davon aus, dass Reichhart gute Chancen hat, den Landratsposten zu erobern. Der bisherige Landrat Hubert Hafner (CSU) wird altersbedingt nicht mehr zur Wahl antreten. Ebenfalls für das Amt bewirbt sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer, wie die Fraktion mitteilte. «Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern ein Angebot für einen Politikwechsel machen», sagte der 32-Jährige demnach.

Dem Vernehmen nach war der Jung-Politiker Reichhart zuletzt vor allem aus seinen heimatlichen Parteikreisen gedrängt worden, sich für eine Kandidatur zur Verfügung zu stellen. In einer schriftlichen Erklärung Reichharts heißt es dazu: «In vielen Begegnungen und Gesprächen wurde ich in den vergangenen Monaten darauf angesprochen, ob ich bereit wäre, mich um das Amt des Landrats in Nachfolge von Hubert Hafner zu bewerben.» Der Landkreis Günzburg sei seine Heimat und liege ihm besonders am Herzen.

Reichhart unterstrich, dass er den Kreis weiterentwickeln wolle. Dazu müssten in den kommenden Jahren viele Weichen gestellt werden. «Darum möchte ich mich um das Amt des Landrats bewerben.»

Söder hatte den damaligen Junge-Union-Chef vor gut einem Jahr ins Kabinett geholt und zum Minister für Bau, Wohnen und Verkehr gemacht. Das war eine der großen Überraschungen im zweiten Kabinett Söder. Nicht etwa, weil der Jurist fachlich nicht geeignet wäre, sondern weil er bei der Landtagswahl wenige Wochen zuvor den Wiedereinzug in den Landtag über die Liste verpasst hatte.

Zu Reichharts aktuellen Plänen sagte Söder: «Das ist schade. Aber ich habe natürlich Verständnis dafür, dass er sich der Verantwortung vor Ort stellt. Hans Reichhart hat als Bau- und Verkehrsminister eine Menge voran gebracht. Eine mögliche Nachfolge wird erst im neuen Jahr entschieden.»

Die Opposition im Landtag forderte Reichhart auf, sofort zurückzutreten. «Ein halbes Jahr Wahlkampf statt Baupolitik - das kann sich Bayern nicht leisten», kritisierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Hagen. «Reichhart sollte konsequent sein und sein Amt sofort zur Verfügung stellen.» Ähnlich sieht es Ludwig Hartmann, der Fraktionschef der Grünen. «Die Baustellen in der bayerischen Verkehrspolitik (...) fordern den ganzen Minister», sagte er. Daher müsse das Amt mit einer Vollzeitkraft besetzt werden. Die SPD-Landeschefin in Bayern, Natascha Kohnen, forderte «mehr Herzblut» und größeres Durchhaltevermögen von Kabinettsmitgliedern aus der CSU.

Reichhart gilt als eines der größten politischen Talente in der CSU. Er hatte eine der wichtigsten Aufgaben bekommen: die Schaffung von neuem bezahlbarem Wohnraum. Vergangene Woche hatten Reichhart und Söder dazu umfassende Pläne vorgelegt.

Erst Ende August hatte Reichhart nach sechs Jahren an der Spitze der Jungen Union Bayern diesen Posten aufgegeben - er hatte die Altershöchstgrenze überschritten. Nachfolger wurde der 31 Jahre alte Europaabgeordnete Christian Doleschal.

Bereits im vergangenen Herbst war Reichharts Name mit einer möglichen Kandidatur für den Landratsposten in seinem Heimatlandkreis Günzburg in Verbindung gebracht worden. Erste Meriten hatte er sich erworben, nachdem er im März vergangenen Jahres von Söder zum Staatssekretär im Finanzministerium ernannt worden war. Hier machte er das, wofür er bei seinen Parteifreunden schon lange geschätzt wird: uneitle Sacharbeit. Reichhart ist katholisch, seit 2012 verheiratet und Vater von zwei Kindern. 1997 trat er in die Junge Union und 1998 auch in die CSU ein.

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