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Vogelschutzbund appelliert beim Artenschutz an Bauern

30.12.2019 - München (dpa/lby) - Beim Bemühen um mehr Artenschutz erwartet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mehr Anstrengungen der Bauern in Bayern. «Wir wollen mit den Landwirten zusammenarbeiten. Aber nur mit Traktoren um den Block zu fahren, wie es jetzt die Bewegung "Land schafft Verbindung" tut, ist zu wenig», sagte LBV-Landeschef Norbert Schäffer dem «Münchner Merkur» (Montag). Landwirte müssten sich auf Veränderungen einlassen, denn weder mit der Nitratbelastung noch mit dem Verlust an biologischer Vielfalt könne es so weitergehen.

  • Norbert Schäffer, Landesvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), im Interview. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Norbert Schäffer, Landesvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), im Interview. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch die Bauhöfe und Straßenmeistereien müssten zu Änderungen bereit sein. «Wir sahen schon in diesem Jahr erste positive Ansätze, zum Beispiel Straßenränder, die später gemäht wurden», so Schäffer. «Vieles basiert aber noch auf Unwissen.» So seien Altgrasstreifen, sobald sie verblüht waren, umgemäht worden, obwohl sie Überwinterungsorte für Schmetterlinge und andere Insekten sind. «Wo es die Verkehrssicherheit zulässt, muss gar nicht gemäht werden.»

Mit Blick auf das erfolgreiche Volksbegehren zum Artenschutz sagte der LBV-Vorsitzende, 2019 sei «ohne Übertreibung das erfolgreichste Jahr für den Naturschutz in Bayern seit Langem» gewesen. Wenn das Volksbegehrengesetz, das Begleitgesetz und der Maßnahmenkatalog ausreichend finanziert und konsequent umgesetzt werden, bestehe die Chance, dass der Verlust vieler Insekten- und Vogelarten gestoppt werde. «Das werden wir noch nicht im nächsten Jahr sehen. Aber in fünf bis zehn Jahren erwarte ich eine Trendwende», sagte Schäffer und ergänzte: «Wir sind vorsichtig. Unsere Aufgabe ist es, wirklich auf die Details zu achten. Da braucht man langen Atem.»

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