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Warnstreiks im öffentlichen Dienst starten in Augsburg

22.09.2020 - Die Gewerkschaft erhöht den Druck in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. Den Warnstreik-Auftakt machen in Bayern Mitarbeiter der Augsburger Stadtentwässerung. In den nächsten Tagen könnten Aktionen mit größeren Auswirkungen folgen.

  • Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch in Bayern starten die Warnstreiks im öffentlichen Dienst - den Auftakt machen heute Morgen Beschäftigte der Stadtentwässerung in Augsburg. «Es sind etwa 90 Mitarbeiter zum Warnstreik gekommen und es werden noch mehr», sagte Florian Böhme von Verdi Augsburg.

Laut Verdi erschienen somit mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter der Stadtentwässerung. Da diese im Schichtdienst arbeiten, erwarte man, dass im Laufe des Tages noch mehr Beschäftigte kommen werden, so Böhme. «Insgesamt ist das ein gutes erstes Signal», sagte er am Dienstagmorgen. Die Gewerkschaft hatte die Mitarbeiter für Dienstag dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Die Aktion ist bis Mittwochmorgen (6.00 Uhr) geplant.

Verdi rechnet nicht damit, dass die Aktion für die Bevölkerung deutlich spürbare Auswirkungen hat. Es werde einen Notdienst geben, so dass es bei der Abwasserreinigung zu keinen Einschränkungen komme. Der Warnstreik betreffe eher örtliche Baustellen und andere Tätigkeiten des Tiefbauamtes. Zudem soll es eine Kundgebung geben.

Auch die Stadt Augsburg erklärte, dass es zu keinen Auswirkungen im laufenden Betrieb des Klärwerks kommen werde. Abteilungsleiter Klaus Stegmayer sagte, lediglich Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten würden nicht durchgeführt, auch einige Laboranalysen dürften liegenbleiben.

Der Ausstand in Augsburg ist der Auftakt zu Protesten in Bayern. Verdi hatte ab Dienstag bundesweit Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Dies könnte in den nächsten Tagen beispielsweise auch Kindertagesstätten oder Krankenhäuser im Freistaat betreffen.

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. «Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert», begründete Verdi-Chef Frank Werneke die Warnstreiks. Diese seien daher unvermeidlich.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 22. Oktober geplant. Verhandelt wird für 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen. Auf die mehr als 200 000 Beamten soll das Ergebnis nach Ansicht der Gewerkschaften übertragen werden.

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