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Millionenschaden durch Internetkriminelle in Bayern

08.03.2021 - Weniger Einbrüche, weniger Ladendiebstähle, dafür mehr Internetkriminalität - auf diesen Nenner lässt sich die bayerische Kriminalstatistik für 2020 bringen. Das hat auch viel mit der Corona-Pandemie zu tun.

  • Buchstaben und Zahlen leuchten auf einem Bildschirm, auf dem ein Hacker-Programm geöffnet ist. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Buchstaben und Zahlen leuchten auf einem Bildschirm, auf dem ein Hacker-Programm geöffnet ist. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Internetkriminelle haben im vergangenen Jahr in Bayern einen Schaden von 28,8 Millionen Euro angerichtet. Das seien 9,9 Millionen Euro mehr als 2019, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik in München. 2020 registrierte die Polizei mehr als 35 000 Online-Straftaten, 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Bei den Delikten im Internet wurden etwa online bestellte Waren nicht geliefert oder gelieferte Sachen nicht bezahlt. Andere versuchten, Daten von Internetnutzern abzuschöpfen. Knapp die Hälfte der Taten konnte aufgeklärt werden. Die Polizei geht aber von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Viele Straftaten im Cyberraum würden immer noch nicht angezeigt.

Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, sagte Herrmann. Hoffnungen setzen die Ermittler deshalb in ein Spezialfahrzeug. Das mobile IT-Forensiklabor sei deutschlandweit einmalig. Eingesetzt werden soll der mit Technik und Software ausgestattete Transporter zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts in Oberfranken.

Mit der Kriminalitätsentwicklung insgesamt zeigte sich Herrmann zufrieden. «Wir hatten 2020 die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 41 Jahren», sagte er. Zudem sei die Aufklärungsquote mit 68,1 Prozent so hoch wie zuletzt vor 26 Jahren.

Auch einen «gewissen Corona-Effekt» machte er in der Statistik aus. So ging die Zahl der Diebstähle und der Wohnungseinbrüche zurück. Viele Läden seien geschlossen gewesen. Und durch Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen seien viel mehr Menschen zu Hause gewesen, sagte der Minister.

Zudem gab es rund 2,2 Prozent weniger Gewaltdelikte - für ganz Bayern meldet die Statistik rund 19 500 Fälle. Meistens handelte es sich dabei um gefährliche oder schwere Körperverletzung. Wegen der Coronabeschränkungen habe man zunächst mit einem Anstieg Häuslicher Gewalt gerechnet. Die Befürchtung habe sich aber laut Statistik nicht bestätigt, erklärte Herrmann und verwies auf entsprechende Hilfsangebote, die auf frühzeitiges Gegensteuern setzen.

Stark zugenommen hat allerdings die Verbreitung pornografischer Schriften - nach Auskunft Herrmanns verbreiteten sich Bilder und Texte vor allem in sozialen Netzwerken, oft auch durch Kinder und Jugendliche. Das Internet nehme hier als Tatmedium eine Schlüsselrolle ein, sagte Herrmann. 57,4 Prozent mehr Fälle registrierte die Polizei.

Auch die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg leicht an. Eine häufige Masche: die Falschen Polizeibeamten. Betrüger drängen ihre Opfer dazu, ihnen Bargeld oder Schmuck auszuhändigen. Der Schaden: rund 9,5 Millionen Euro, etwa eine Million Euro mehr, als 2019.

Der insgesamt aber positive Trend zeigt sich auch in den Regionen. Fast überall sank die Zahl der Straftaten oder stieg nur wenig an. Ein Ausreißer: der Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken. Ohne ausländerrechtliche Verstöße gab es dort laut Statistik 4542 Straftaten pro 100 000 Einwohner, 4,1 Prozent mehr als 2019. Bei den großen Städten fiel vor allem Bamberg auf, wo die Zahl um 8,2 Prozent auf 8356 Straftaten pro 100 000 Einwohner stieg. Eine Expertengruppe setze sich detailliert mit dieser Entwicklung auseinander, sagte Bayerns Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer.

Insgesamt registrierte die Polizei ohne ausländerrechtliche Verstöße rund 254 000 Tatverdächtige, rund 166 000 waren Deutsche.

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