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«Marsch für das Leben» und Gegendemos am Brandenburger Tor

19.09.2020 - Mit einem sogenannten Marsch für das Leben haben am Samstag nach Veranstalterangaben mehr als 3000 Menschen am Brandenburger Tor gegen Abtreibungen demonstriert. Die Polizei sprach zu Beginn von einigen Hundert Teilnehmern. Auf einem der Schilder, die von Demonstranten des Zuges auf der Straße des 17. Juni hochgehalten wurden, hieß es: «Keine Kinder - Keine Zukunft».

  • Teilnehmerinnen der Demonstration «Marsch für das Leben». Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Teilnehmerinnen der Demonstration «Marsch für das Leben». Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores traten Demonstranten für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und bunte Lebensentwürfe ein. Beide Gruppen verhielten sich laut Polizei friedlich. Störungen wurden bis zum Nachmittag nicht bekannt. Bei den Abtreibungsgegnern waren mehr Teilnehmer erwartet worden - es wurden 5000 Menschen angemeldet. Eine Sprecherin sagte, die Zahl der Demonstranten liege «im unteren vierstelligen Bereich».

Der Bundesverband Lebensrecht hatte zum Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod aufgerufen. Jede Woche müsse eine Woche für das Leben sein - dies würde viele Konflikte und Tötungen vermeiden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, unterstützt laut einer Mitteilung des Verbandes «das ungebrochene Engagement zum Lebensschutz». Die Corona-Pandemie führe eindringlich vor Augen, wie verwundbar und schutzbedürftig der Mensch sei.

Vonseiten der Gegendemonstranten hieß es, «Allianzen zwischen rechtspopulistischen, christlich-fundamentalistischen und konservativen Akteur*innen» hätten der sogenannten Lebensschutzbewegung neuen Aufwind gegeben - zu Lasten von Frauen und queeren Menschen. Sie kämpften für ihre Rechte auf Selbstbestimmung und das Recht auf Abtreibung.

Wegen mehrerer Demonstrationen in der Innenstadt kam es laut Polizei zu Verkehrsbehinderungen. Am Abend wollten auch linke und linksradikale Initiativen eines Aktionsbündnisses mit der Bezeichnung «Wer hat, der gibt» über den Ku'damm ziehen.

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