Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

«Unteilbar»-Demo: Kilomterlange Menschenkette durch Berlin

11.06.2020 - Ein dichtes Gedränge wie zuletzt am vergangenen Samstag bei einer Demonstration gegen Rassismus auf dem Berliner Alexanderplatz will man vermeiden. Die Protestierer sollen sich daher eher aufreihen.

  • Nur als Silhouette ist das Brandenburger Tor am Morgen zu erkennen. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nur als Silhouette ist das Brandenburger Tor am Morgen zu erkennen. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer neun Kilometer langen Menschenschlange vom Brandenburger Tor bis Berlin-Neukölln will das Bündnis «Unteilbar» am Sonntag gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassismus demonstrieren. Neben Berlin soll auch in zahlreichen anderen Städten wie Hamburg, Leipzig, Erfurt, Münster, Chemnitz, Freiburg und Passau protestiert werden, wie die Vertreterinnen mehrerer Initiativen und Verbände am Donnerstag ankündigten. Das Motto lautet «#SoGehtSolidarisch». Angemeldet bei der Polizei sind 5000 Teilnehmer. Zu dem Bündnis «Unteilbar» gehören nach eigenen Angaben mehr als 130 Initiativen und Gruppen.

Statt eines großen Demonstrationszuges solle in Berlin von 14.00 bis 15.00 Uhr ein «Band der Solidarität» aus Menschen gebildet werden, sagte Bündnis-Sprecherin Anna Spangenberg. Die Demonstranten sollen sich mit jeweils drei Metern Abstand in einer langen Reihe aufstellen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. «Wir werden vor Ort auf den Abstand achten, es wird Markierungen auf der Straße geben, die Menschen werden einander ansprechen, und wir werden selbstverständlich Mundschutz tragen.» Außerdem soll es Übertragungen im Internet mit der Beteiligung weiterer Menschen geben.

Es gehe um die «Unteilbarkeit der Menschenrechte und sozialen und ökonomischen Fragen», sagten die Bündnis-Vertreter. Gerade in diesen Zeiten der Corona-Krise würden sich die politischen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten weiter verschärfen.

Bei der Menschenkette in Berlin werde es einzelne Themenblöcke geben: einen anti-rassistischen Block am Hermannplatz, dem einen Ende der Demonstration. Und dann Abschnitte zu Themen wie Klimaschutz, Feminismus, Schutz vor Gewalt gegen Frauen sowie Kinderrechte.

Die Sprecherin der «Initiative Schwarze Menschen in Deutschland», Anne-Christin Tannhäuser, sagte: «Ich freue mich immens, dass «Unteilbar» unsere Stimmen noch mehr verstärken wird.» Schon lange würden Verbände mehr Kampf gegen Rassismus fordern. Es gehe um die Änderung von verfestigten Strukturen und «strukturellen Rassismus in der Polizei».

Für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte die Vize-Vorsitzende Christine Behle: «Wir stehen in den nächsten Monaten vor einer politischen Richtungsentscheidung.» Wirtschaftsvertreter und Konservative würden wegen der Corona-Krise eine Kürzung der Sozialausgaben verlangen. «Dabei brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Sozialstaat und soziale Sicherung auch in der Krise.» Es gehe um Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen.

Bereits in den vergangenen Jahren waren mehrfach Tausende Menschen dem Aufruf des Bündnisses «Unteilbar» zu Protesten gefolgt: Im Oktober 2018 waren es in Berlin einige Zehntausend Menschen. Im August 2019 gingen in Dresden vor der Landtagswahl in Sachsen Zehntausende Menschen gegen Rassismus und Ausgrenzung auf die Straße. Und im Oktober 2019 waren es nach dem Terroranschlag von Halle wiederum einige Tausend Menschen in Berlin.

In Berlin stehen trotz Corona in den kommenden Wochen weitere große Demonstrationen an. Am 20. Juni gegen steigende Mieten. Und am 27. Juni gibt es direkt zwei große Proteste: eine erneute Demonstration gegen Rassismus mit dem Motto «Black Lives Matter». Angemeldet sind 1500 Teilnehmer. Bei Facebook haben mehrere Tausend Menschen ihre Teilnahme an dem Protest zu Ehren des bei einem Polizeieinsatz in den USA getöteten Afroamerikaners George Floyd angekündigt. Für den 27. Juni ist außerdem bereits eine Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) geplant.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren