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13 000 Hektar Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg

21.04.2019 - Schreiadler, Wisente, seltene Flechten: Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg bieten Refugien für Tiere und Pflanzen. In den vergangenen Jahren sind die Flächen größer geworden.

  • Das Ufer im Schutzgebiet Groß Schauener Seenkette. Große Flächen hiervon gehören zur Sielmann-Naturlandschaft. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Ufer im Schutzgebiet Groß Schauener Seenkette. Große Flächen hiervon gehören zur Sielmann-Naturlandschaft. Foto: Patrick Pleul/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - «Heinz, hier werden wir tätig»: Mit diesem Satz soll der Tierfilmer Heinz Sielmann (1917-2006) von seiner Frau Inge (1930-2019) aufgefordert worden sein, auch in Brandenburg mit seiner Stiftung aktiv zu werden. Die erste von «Sielmanns Naturlandschaften» entstand dann in Wanninchen bei Luckau (Dahme-Spreewald): damals noch ein Braunkohletagebau.

Die Heinz Sielmann Stiftung begeht in diesem Jahr den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Seit 20 Jahren ist sie auch in Brandenburg vertreten. Sielmann war ein Naturfilmer, der durch seine Fernseh-Sendereihe «Expedition ins Tierreich» Zuschauer in West und Ost in den Bann zog.

In Wanninchen hatte die Naturlandschaft anfangs 722 Hektar. Damit bleibt sie nicht nur die bis heute größte übernommene Fläche, wie eine Biologin der Stiftung, Nora Künkler, sagte. Zudem habe es noch extreme Belastungen durch den Tagebau gegeben.

Bis heute ist die Naturlandschaft Wanninchen auf rund 3200 Hektar Land angewachsen, die die Stiftung unter Schutz gestellt hat. Es gibt dort Areale, die an Wüsten erinnern, aber auch Moore oder Feuchtwiesen. Kraniche und Wildgänse rasten. Seltene Pflanzen und Insekten sind zu finden. «Die Natur eroberte sich ihren Raum zurück», sagte Künkler. Im vergangenen Jahr wurde im Sielmanns Erlebniszentrum Wanninchen der 100 000 Besucher begrüßt.

Mittlerweile gibt es in Brandenburg nach den Angaben gut 13 000 Hektar Sielmann-Naturschutzflächen, vor allem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen und in Tagebaulandschaften. Fünf Standorte sind entstanden. «Die Besucher kommen, um einmalige Natur zu genießen», sagte Künkler. Tausende Tier- und Pflanzenarten seien heimisch, viele davon stünden auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Der besondere Charakter der Landschaften fasziniere die Besucher.

In der Naturlandschaft Döberitzer Heide leben beispielsweise Przewalski-Pferde - Urpferde - und Wisente, in einer etwa 1800 Hektar großen Kernzone fast ohne menschliche Betreuung. Bislang wurden hier allein 5500 Tier- und Pflanzenarten erfasst. 2016 wurde das Projekt «Wilde Heide» in der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. 25 Wildpferde und 90 Wisente leben dort heute.

In der Tangershofer Heide in Norden Brandenburgs an der Müritzer Seenplatte ist ausreichend Lebensraum für Schreiadler, Wanderfalke oder Biber. Das Gebiet Groß Schauener See (Dahme-Spreewald) ist die Heimat des Fischadlers. Im einstigen «Bombodrom», einem Truppenübungsplatz in Ostrprignitz-Ruppin, entwickelt sich die Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide. Für Naturinteressierte werden nach und nach Wege von Munition geräumt, damit das Gelände erkundet werden kann.

Die Projekte in den Naturlandschaften werden nach Angaben der Stiftung über Spenden oder über Mittel für Landschaftspflegemaßnahmen von Land, Bund und EU finanziert. In den kommenden Jahren stehe das ökologische Monitoring im Mittelpunkt, sagte Künkler. «Wir wollen bewerten, welchen Erfolg unsere Schutzanstrengungen haben.»

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