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4,2 Millionen für Lustschloss auf Berliner Pfaueninsel

20.08.2019 - Der König ließ einem Zimmermann freie Hand. Jenseits der Baubehörden entstand das kleine Lustschloss auf der Berliner Pfaueninsel. Doch der Konstruktion geht es nicht gut. Nun müssen wieder Handwerker ran.

  • Das Schloss Pfaueninsel auf der gleichnamigen Pfaueninsel in der Havel. Foto: Bernd Settnik/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Schloss Pfaueninsel auf der gleichnamigen Pfaueninsel in der Havel. Foto: Bernd Settnik/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Die Bezeichnungen schwanken zwischen ländlichem Rückzugsort und königlichem Lustschloss. In jedem Fall ist das kleine Schloss auf der Berliner Pfaueninsel dringend sanierungsbedürftig. Die Holzkonstruktion des 1794/95 von Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel für König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) als Zierde für die Insellandschaft errichteten Gebäudes soll nun für 4,2 Millionen Euro instand gesetzt und restauriert werden.

«Unter dem Radar der Bauaufsicht» sei das Schloss entstanden, berichtete Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, am Dienstag während einer Baustellenbesichtigung. Nun sollen die aus einem Sonderprogramm von Bund, Berlin und Brandenburg für die Rettung bedeutender Denkmäler stammenden Mittel sehr genau verplant werden.

Vogtherr geht davon aus, dass die Sanierung bis 2024 beendet werden kann. Die eigentlichen Arbeiten stehen laut Projektleiter Max Daiber ab 2021 an, dann soll das Schloss unter einem Wetterschutz verschwinden und das weitgehend intakte Fachwerk hinter der hölzernen Außenwand des Schlosses freigelegt sein. Die Holzfassade wird dann komplett ersetzt.

Das Schloss ist - anders als die Bezeichnung annehmen lässt - nicht auf Dauer konstruiert worden. Deswegen gehen die Experten davon aus, dass etwa alle 50 Jahre eine Sanierung fällig ist. Die jüngsten Arbeiten aus den 1970er Jahren sind für die Verantwortlichen heute auch ein Problem: Im Anstrich wurde damals auch Asbest vermengt. Das inzwischen als hoch giftig erkannte Material verlangt besondere Vorkehrungen und macht die Reste der alten Schlosskonstruktion zu Sondermüll, der entsprechend behandelt werden muss.

Heikel sind die Arbeiten auch wegen der besonderen Innenräume des kleinen Schlosses mit seinen zwei Etagen zwischen zwei Türmen. Im Gegensatz zur Außenkonstruktion sind die Innenräume vergleichsweise gut erhalten. Dieser Zustand und die Kombination der Räume mit ihren seltenen Papier- oder Stofftapeten und Holzvertäfelungen gelten als einmalig für das 18. Jahrhundert. Die Inneneinrichtung ist während der Sanierung teils eingelagert, einige Dinge werden auch im Schloss Paretz untergebracht.

Bis zum Ende der Arbeiten bleibt das Schloss auf der Pfaueninsel für den Publikumsverkehr geschlossen. Allerdings soll es während des Europäischen Tages der Restaurierung am 13. Oktober nochmals zugänglich sein.

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