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Alba Berlin: Sechs Corona-Fälle beunruhigend für Profisport

20.10.2020 - Gleich sechs Corona-Fälle haben Basketball-Meister Alba geschockt, einigen Spielern geht es nicht gut. Die Verantwortlichen des Berliner Vereins sind über den Gesundheitszustand ihrer Spieler besorgt. Die Gefahr auch für den gesamten Profisport wird immer größer.

  • Spieler zweier Basketballmannschaften gehen zum Rebound. Foto: Adam Pretty/Getty Images Europe/Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Spieler zweier Basketballmannschaften gehen zum Rebound. Foto: Adam Pretty/Getty Images Europe/Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sechs positive Corona-Tests haben die Basketballer von Alba Berlin geschockt und sind ein beunruhigendes Signal für den gesamten deutschen Profisport. Der Doublesieger ist nun komplett aus dem laufenden Spielbetrieb gerissen, das für Donnerstag angesetzte Euroleague-Spiel des deutschen Meisters und Pokalsiegers gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz wurde abgesagt. Alle sechs betroffenen Akteure wurden isoliert. Einige von ihnen zeigen Symptome, andere nicht. «Das Entscheidende ist die Gesundheit, die steht erst einmal im Mittelpunkt», sagte der betroffene Alba-Manager Marco Baldi am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Einen positiven Befund hatte es bereits nach dem Euroleague-Spiel der Berliner bei ZSKA Moskau gegeben. Das Pokalspiel von Alba gegen die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntag war deswegen abgesagt worden. Nun kamen gleich fünf positive Tests hinzu. «Da stecken Menschen dahinter, die erkrankt sind und denen es nicht gut geht», erklärte Baldi am Dienstag. «Alle haben ja auch eine Familie und eine Verantwortung. Und dann kommt erst alles andere.»

Alba hat die Fälle der zuständigen Behörde gemeldet, die nun über die weitere Vorgehensweise entscheidet. «Das Gesundheitsamt hat jetzt die Fäden in der Hand, und wir sind in Kontakt. Es gibt ja eine klare Regelung in Berlin-Mitte. Und die greift jetzt sicher», sagte Baldi. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle positiv getesteten Akteure im selben Stadtbezirk wohnen und somit unterschiedliche Gesundheitsämter für die Infizierten zuständig sind.

Neben den sechs positiv Getesteten mussten sich auch alle Beteiligten in Quarantäne begeben, die bei der Moskau-Reise mit dabei waren. In der Regel wird die Isolierung für 14 Tage angeordnet. «Und wir halten uns an die Richtlinien», sagte Baldi. Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, ist noch offen. Der erste Schock muss erst einmal verdaut werden. «In diesen Zeiten muss man damit rechnen. Das Unerwartete ist zur Zeit die Regel», bemerkte der Manager.

Mit den steigenden Infektionszahlen steigt auch das Risiko im Profisport, obwohl alle Ligen und Vereine strikte Hygienekonzepte erstellt haben. Das bekamen auch schon andere Sportarten zu spüren. Bei den Handballern der Rhein-Neckar Löwen waren mehrere Akteure, darunter die Nationalspieler Patrick Groetzki und Jannik Kohlbacher, sowie Trainer Martin Schwalb positiv getestet worden. Das erste Spiel der Löwen in der neuen EHF European League wurde am Dienstag kurzfristig abgesagt. Zuvor war ein Teammitglied beim slowenischen Gegner RK Trimo Trebnje positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Bundesliga-Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart sind nach mehreren positiven Tests in Quarantäne, die genaue Anzahl der infizierten Spielerinnen ist nicht bekannt. Spielabsagen und Ersatzgegner gab es bereits. Die Deutsche Eishockey-Liga hat den Saisonstart schon mehrmals verschoben.

Im Ausland hat es in einigen Clubs noch mehr infizierte Sportler gegeben. Motor Saporoschje aus der Ukraine konnte wegen gleich 14 Corona-Fällen das Champions-League-Gruppenspiel gegen den deutschen Handball-Meister THW Kiel nicht bestreiten.

Im Fußball sind alle drei deutschen Profiligen schon betroffen, nur in der 1. Liga gab es in der neuen Saison trotz einzelner positiver Tests wie bei Hertha BSC und 1899 Hoffenheim noch keine Spielausfälle. Noch bis Mittwoch sind die meisten Profis von Zweitligist VfL Osnabrück in häuslicher Quarantäne.

Die Basketball-Euroleague hatte schon vor den sechs positiven Corona-Fällen beim deutschen Double-Gewinner ihre Regularien geändert. Demnach können künftig die Begegnungen im wichtigsten europäischen Wettbewerb sowie dem Eurocup bis zu dreimal verschoben werden, wenn die Corona-Krise damit in direktem Zusammenhang steht. Allerdings erst, wenn einer Mannschaft durch die Pandemie keine acht Spieler mehr zur Verfügung stehen oder ein Team in Quarantäne muss. Das trifft jetzt bei Alba zu. Sollten keine Ausweichtermine zur Verfügung stehen oder mehr als drei weitere Ansetzungen nötig sein, wird der Verursacher zum Verlierer erklärt. Zuletzt waren noch mehrere Partien automatisch gegen ein Team gewertet worden, das wegen der Coronavirus-Pandemie zu wenige Spieler zur Verfügung hatte.

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