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Algenblüte: Flussbad-Pokal fällt ins Wasser

21.08.2019 - Aus der Traum: In diesem Jahr wird es in Berlin kein offizielles Baden in der Spree geben. Schuld ist die mangelnde Wasserqualität. Was heißt das für die Zukunft der Flussbad-Idee?

  • Teilnehmerinnen am «Berliner Flussbad Pokal» schwimmen in der Spree. Foto: Paul Zinken/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Teilnehmerinnen am «Berliner Flussbad Pokal» schwimmen in der Spree. Foto: Paul Zinken/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa) - Pech mit dem Wetter: Das traditionelle Baden im Spreekanal an der Berliner Museumsinsel fällt in diesem Jahr ganz aus. Der Verein Flussbad Berlin hat seinen Flussbad-Pokal für diesen Sonntag abgesagt. Grund sei die Blaualgenblüte in der Spree, teilte der Verein am Mittwoch mit. Die Cyanobakterien, die dabei entstehen, bergen beim Schlucken des Wassers Gesundheitsgefahren wie Durchfall oder Erbrechen. Die Algenblüte in Gewässern fällt bei hohen Temperaturen und geringer Fließgeschwindigkeit besonders üppig aus. Auch in Seen kommt es wegen Blaualgen immer wieder zu Badeverboten.

Der erste Termin für das Spreeschwimmen war bereits Mitte Juni abgesagt worden, weil Starkregen nach Gewittern zu viel Dreck in die Spree gespült hatte. Für rund 700 Schwimmer, die sich in diesem Jahr für das Bad in Berlins historischer Mitte angemeldet hatten, fällt das Vergnügen damit 2019 endgültig ins Wasser. Nach 2017 musste der Pokal damit zum zweiten Mal wegen mangelhafter Wasserqualität komplett abgesagt werden.

An der Grundidee ändert das aber nichts: Schon seit rund 20 Jahren tüftelt der Verein Flussbad daran, ein Sommerbad im Spreekanal einzurichten. Der alljährliche Flussbad-Pokal ist nur ein Appetithappen. Dass es dabei Pech mit dem Wetter geben kann, ist nichts Neues - und ändert am Enthusiasmus der Flussschwimmer wenig.

Für das Jahr 2021 peilt der Verein über den Pokal hinaus temporäre Badezeiten im Spreekanal an. Basis sollen dann verlässliche Prognosen zur Wasserqualität in Echtzeit sein - auf Grundlage der bereits laufenden Untersuchungen zur Wasserqualität. Auf einem historischen Lastkahn im Spreekanal lässt der Verein seit zwei Jahren die Leistung einer Pilot-Pflanzenfilteranlage zur Reinigung des Flusswassers wissenschaftlich untersuchen. 2020 rechnet er mit aussagekräftigem Ergebnissen.

1925 schlossen die letzten Berliner Badeanstalten an der Spree, weil der Fluss im Industriezeitalter zur Kloake wurde. Die Vision des Vereins ist, 100 Jahre später - also im Jahr 2025 - wieder ein Flussbad an traditioneller Stelle am Spreekanal zu eröffnen. Festlegen möchten sich die Flussschwimmer darauf aber noch nicht. Denn bis 2035 kann es immer wieder Baustellen auf der Museumsinsel geben, die auch im Spreekanal zeitweise einen Bauhafen erfordern. Selbst bei sauberem Wasser kann es deshalb wahrscheinlich nicht durchgehend freie Bahn für Schwimmer geben.

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