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Anonyme Vorwürfe: Leiter der Ballettschule freigestellt

18.02.2020 - Nach unklaren Anschuldigungen und anonymen Vorwürfen steht die Staatliche Ballettschule Berlin im Brennpunkt. Eine Kommission untersucht mögliches Fehlverhalten. Nun werden die beiden Schulleiter freigestellt.

  • Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik in Berlin. Foto: picture alliance / dpa / Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik in Berlin. Foto: picture alliance / dpa / Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa) - Schulleiter und Künstlerischer Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin sind im Zuge von Untersuchungen nach anonymen Vorwürfen zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern vorübergehend vom Dienst freigestellt worden. Darüber wurden beide von der Bildungsverwaltung informiert. Während einer Vollversammlung sollte auch die Schulgemeinschaft informiert werden, hieß es.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte nach Hinweisen eine Kommission eingesetzt. Diese untersucht, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern der Ballettschule unzureichend geschützt wurde. Konkrete Vorwürfe sind bisher nicht bekannt. Zudem wurde eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet. Gedacht ist dabei an Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Ehemalige.

Schulleiter Ralf Stabel und Künstlerischer Leiter Gregor Seyffert bestätigten der dpa die Freistellung. In gleichlautenden persönlichen Stellungnahmen hieß es, die Freistellung «erfolgte nicht, weil ich meine Dienstpflichten verletzt hätte oder weil andere von mir zu vertretende Gründe vorliegen».

Vorwürfe seien stets anonym. «Es kursieren Verleumdungen, Falschbehauptungen und Anschuldigungen in der Öffentlichkeit, für die kein einziger Beleg beigebracht wurde», hieß es von Stabel und Seyffert. «Es liegen also bisher keine konkreten Fälle vor, denen ich hätte nachgehen können.» Es wäre an der Zeit, die anonymen Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und rechtlich zu bewerten, hieß es. «Aus dienstrechtlichen Gründen» wollten sich beide «zum Sachverhalt nicht weitergehend äußern».

Die anonymen Vorwürfe wurden nach Senatsangaben im September über das Internet bekannt. Anfang Januar ging in der Verwaltung ebenfalls anonym ein Dossier mit Beschuldigungen ohne Quellen ein. Die Senatsverwaltung verlangte daraufhin eine ausführliche Stellungnahme der Schulleitung und führte Gespräche mit Lehrkräften.

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