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Aufnahme von Patienten aus Italien: Ausrüstung gefordert

25.03.2020 - Die Rufe nach mehr Masken oder Schutzbrillen wegen des Coronavirus reißen nicht ab. Die Kassenärztliche Vereinigung sieht das Gesundheitssystem in Berlin «spätestens zu Ostern» an seinen Grenzen. Hilfe aus der Hauptstadt in der Krise gibt es nun auch für Italien.

  • Ein Arzt mit einem Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arzt mit einem Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und nimmt in den kommenden Tagen schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf. Das Land ist in Europa am schwersten vom Coronavirus betroffen. Fünf Menschen sollen in der Charité intensivmedizinisch betreut werden, wie die Senatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Wann sie in der Hauptstadt eintreffen, ist noch nicht klar. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin sowie Beschäftigte von Charité und Vivantes forderten derweil in der Coronakrise dringend verstärkte Unterstützung, unter anderem mehr Schutzausrüstung.

Nötig seien zudem ein Ausbau spezieller Versorgungsstrukturen für Infizierte sowie ein finanzieller Ausgleich für das Verschieben nicht dringlicher Eingriffe, schreibt die KV in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Darin mahnt die Interessenvertretung von unter anderem etwa 6800 niedergelassenen Ärzten: «Die Überforderung unseres Gesundheitssystems lässt sich nach heutigem Stand bereits nicht mehr abwenden.»

Hochrechnungen zufolge komme das Gesundheitssystem in Berlin «spätestens zu Ostern» an seine Grenzen. Dann seien die Intensiv-und Beatmungskapazitäten bereits überbelegt, und es würden weitere gebraucht. Nach Angaben der KV sind zudem im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie derzeit 101 Praxen geschlossen. In rund zwei Drittel der Fälle sei der Hintergrund eine Quarantänemaßnahme. Weitere 31 Praxen gaben an, wegen fehlender Schutzausrüstung geschlossen zu haben.

Die Beschäftigten von Charité und Vivantes schrieben in einem offenen Brief an ihre Klinikleitungen, den Regierenden Bürgermeister Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD): «Das Land Berlin muss einen Weg finden, Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu produzieren – SOFORT!!.» Es sei bereits absehbar, dass die vorhandenen Bestände nicht ausreichen werden. Außerdem fordern die Mitarbeiter mehr Personal für die Krankenversorgung.  

Mehr Klarheit gibt es nun in Berlin für Schüler, die kurz vor ihren Abschlussprüfungen stehen. Die Kultusminister der Länder einigten sich am Mittwoch darauf, dass diese in ganz Deutschland trotz Coronakrise nach jetzigem Stand weiterhin stattfinden sollen. Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres zeigte sich erleichtert, dass sich die Länder bei den Abi-Prüfungen auf eine gemeinsame Linie verständigt haben. Gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz habe man die möglichen Szenarien im Blick und regele die Anerkennung der Abschlüsse. «Keine Schülerin, kein Schüler soll Nachteile erfahren», so die SPD-Politikerin.

Unterdessen können die vom Berliner Senat angekündigten Millionenhilfen für mittlere und kleinere Unternehmen in der Coronakrise jetzt fließen. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses gab am Mittwoch bis zu 600 Millionen Euro für zwei Soforthilfe-Programme frei, wie Abgeordnete mitteilten. Die Hälfte des Geldes steht für kleine Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten, Freiberufler und sogenannte Solo-Selbstständige zur Verfügung, von denen viele in ihrer Existenz bedroht sind. Die andere Hälfte des Sofortprogramms wurde für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 250 Beschäftigten aufgelegt.

Am Donnerstag findet trotz erster Coronafälle in den Reihen der Abgeordneten die Plenarsitzung des Landesparlaments wie geplant statt. Aus den Fraktionen hieß es, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein werden. Müller will in der Sitzung eine Regierungserklärung zur Coronakrise abgeben.

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