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Aufnahmestopp an Klinikum Spandau: 55 Nachweisen von Mutante

12.02.2021 - Im Januar mehr als 30 Fälle am Humboldt-Klinikum, nun mehr als 50 am Klinikum Spandau: Die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante B.1.1.7 sorgt in Berlin weiter für Probleme.

  • Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus. Foto: Center for Disease Control/epa/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus. Foto: Center for Disease Control/epa/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einer Häufung von Nachweisen einer besonders ansteckenden Corona-Variante gilt an einem Berliner Krankenhaus ein Aufnahmestopp. Bis 25. Februar würden keine stationären Patienten am Vivantes-Klinikum Spandau aufgenommen, teilte der landeseigene Klinikkonzern am Freitag auf seiner Webseite mit. Eine Ausnahme gilt für psychiatrische Patienten. Die Rettungsstelle bleibe nur für die Erstversorgung von Schlaganfallpatienten geöffnet.

55 Infektionen mit der zunächst in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 sind nach Vivantes-Angaben bisher in dem Haus mit seinen rund 600 Betten nachgewiesen. Unter den Betroffenen seien 17 Mitarbeiter. Die Nachweise kämen aus verschiedenen Fachbereichen. Bisher geht die Klinik davon aus, dass die Mutante von einem Patienten eingeschleppt wurde, der sich zuvor im Ausland aufgehalten hatte.

Im Unterschied zu einem kürzlich festgestellten Varianten-Ausbruch am Vivantes Humboldt-Klinikum in Reinickendorf wurde das Spandauer Krankenhaus nicht unter Quarantäne gestellt, wie Vivantes erklärte. Dabei hatten Mitarbeiter nur noch zwischen ihrem Zuhause und der Klinik pendeln dürfen. Mitarbeiter der Spandauer Klinik würden nun täglich per Schnelltest getestet, hieß es. «Zudem erhalten sowohl Mitarbeitende wie Patientinnen und Patienten zwei Mal wöchentlich einen PCR-Test.»

Nach den ansteckenderen Corona-Varianten wird seit einigen Wochen verstärkt gesucht, sie kursieren bereits in vielen Ländern verstärkt. Wie verbreitet Mutanten in Deutschland sind, wird vom Robert Koch-Institut (RKI) untersucht. Das RKI geht davon aus, dass der Anteil der Infektionen wächst, die von Varianten ausgelöst werden.

In Berlin sind zwischen Pandemiebeginn im März 2020 und Januar 2021 (Datenstand: 25. Januar, 12.00 Uhr) rund 1370 Corona-Fälle erfasst worden, in denen sich die Betroffenen in medizinischen Einrichtungen angesteckt haben. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Florian Kluckert hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Bundesweit sind nach RKI-Daten knapp 22 000 Corona-Fälle im Zusammenhang mit einer Betreuung/Unterbringung in Krankenhäusern, Arztpraxen, Dialyseeinrichtungen und Rettungsdiensten bekannt. Bei Beschäftigten dieser Einrichtungen wurden mehr als 66 000 Fälle nachgewiesen.

Laut der Senatsantwort wurden die meisten sogenannten nosokomialen Infektionen in Berlin im November (278) und Dezember (515) erfasst. «Aus Plausibilitätsgründen lässt sich nicht ausschließen, dass Patientinnen und Patienten gestorben sind, die sich im Krankenhaus mit Corona infiziert haben», antwortet die Gesundheitsverwaltung weiter. Nähere Angaben zu solchen Todesfällen lägen nicht vor.

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