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Automatisierte Testwagen in Berlin: Teststrecke eröffnet

19.09.2019 - Beim Autofahren übernimmt in Zukunft der Computer immer mehr Tätigkeiten. Gänzlich autonomes Fahren ist allerdings hochkomplex, gerade in der Großstadt. In Berlin sollen Vorstufen getestet werden. Unter echten Bedingungen.

  • Zwei Männer fahren bei einer Veranstaltung zur Eröffnung eines Testfelds für automatisiertes Fahren in Berlin. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Männer fahren bei einer Veranstaltung zur Eröffnung eines Testfelds für automatisiertes Fahren in Berlin. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Automatisiertes und vernetztes Autofahren wird künftig mitten im Berliner Stadtverkehr getestet. Dafür wurde die 3,6 Kilometer lange Strecke zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz entsprechend mit Technik ausgerüstet. Dort sollen künftig auch Testwagen unterwegs sein, die von Computern gefahren werden und in denen ein Mensch nur noch zur Kontrolle sitzt. Das sagten Forscher der Technischen Universität Berlin am Donnerstag zur Eröffnung der Teststrecke. Die TU sprach vom «weltweit ersten Metropolen-Testfeld für urbane Mobilität».

Die Wissenschaftler installierten in den vergangenen Jahren mehr als 100 Sensoren entlang der Straße des 17. Juni, die in West-Ost-Richtung an der Siegessäule vorbei führt. Die Sensoren schicken Daten über die Verkehrsdichte, mögliche Staus, die Ampelschaltungen und das Wetter an die Testwagen, die mit Computern, Kameras, Radar und Laser-Scannern ausgestattet sind. Spezielle Programme verknüpfen alles miteinander.

Zu der Teststrecke gehören auch zwei sehr große Kreisverkehre am Großen Stern und am Ernst-Reuter-Platz, die beide als Unfallschwerpunkte gelten. Es gibt 15 Ampeln, 1400 Parkplätze und 60 000 Autos pro Tag. Künftig soll die Strecke nicht nur von der TU, sondern auch von anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie genutzt werden.

Unterschieden wird bei der Technik zwischen automatisiertem und völlig autonomem Fahren. Automatisiert bedeutet, dass der Computer das Auto fährt, ein Mensch aber das Geschehen überwacht. Beim autonomen Fahren ist ein Mensch im Auto nicht mehr nötig.

Die TU verfügt zunächst über fünf Testautos: drei Mercedes, ein BMW und ein VW. Die Wagen sollen künftig stunden- und tagelang über die Strecke gefahren werden und Daten sammeln.

Zwei Autos sind derzeit technisch so ausgerüstet, dass sie künftig auch automatisiert fahren können. Wann das geschehen soll, war noch unklar. Klar ist, dass auch wegen der geltenden Gesetze immer ein Wissenschaftler hinter dem Steuer sitzen muss, allerdings ohne die Hände am Lenkrad zu haben.

Die anderen drei Autos werden von Fahrern gesteuert. Dabei werden alle Daten der Fahrt und der Umgebung erfasst. So sollen die Systeme immer besser lernen, mit dem Verkehr, wechselndem Wetter, Licht und Dunkelheit, Ampelschaltungen, Fußgängern und anderen Autofahrern umzugehen. Die Versuche mit den voll vernetzten Autos könnten bis zu 50 Terabyte Daten pro Tag liefern, sagte der Leiter des gesamten Projekts, Professor Sahin Albayrak. «Die Zukunft sind Autos, die voll autonom fahren können», betonte er. Als Universität wolle man die Industrie unterstützen, diesen Weg gehen zu können.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bezeichnete Albayrak als «Mr. Q» - in Anspielung auf den Techniker aus den James-Bond-Filmen. Die Strecke sei ein «Freiluft-Digitallabor». Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: «Entscheidend sei, dass Deutschland nicht zuguckt bei solchen Entwicklungen, sondern Akteur ist, Impulsgeber. Darum muss es gehen. Und die Impulse müssen auch aus der deutschen Hauptstadt kommen.»

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